Die aus Frankfurt am Main stammenden THE BLACK CAT’S EYE treten mit gleich drei Gitarristen an. Dieses ungewöhnliche Line-up verstärkt ihren ohnehin stark riff-orientierten Ansatz und verleiht ihrem Sound eine dichte, vielschichtige Textur. Mit „Decrypting Dreams Of Weird Animals And Strange Objects“ präsentieren die Hessen nun ihren zweiten Longplayer – ein Werk, das sich selbstbewusst zwischen Post-Rock und Psychedelic-Rock positioniert und dabei eine ganz eigene Klangsprache entwickelt. Die Band schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Einerseits ist die Liebe zu den psychedelischen und progressiven Strömungen der späten 1960er und 70er Jahre unüberhörbar: warme Gitarren-Flächen, hypnotische Repetitionen, ein Hauch von Retro-Mystik. Andererseits verweben die fünf Musiker moderne Post-Rock-Elemente, die dem Material eine zeitgenössische Dringlichkeit verleihen. Dadurch wirkt der Sound nicht nur nostalgisch oder verträumt, sondern immer wieder auch kantig, dynamisch und überraschend direkt. Dass der Großteil des Albums instrumental gehalten ist, erweist sich als großer Vorteil. THE BLACK CAT’S EYE nutzen die Freiheit des Wortlosen, um Stimmungen, Bilder und Geschichten allein über Klangfarben, Spannungsbögen und atmosphärische Details zu transportieren. Die Songs entfalten sich wie kleine Filme im Kopf, mal sphärisch schwebend, mal eruptiv und kraftvoll. Diese Offenheit macht „Decrypting Dreams Of Weird Animals And Strange Objects“ für eine breite Hörerschaft attraktiv – von Prog-Puristen über Psychedelic-Fans bis hin zu Post-Rock-Liebhabern, die Wert auf instrumentale Tiefe legen. Über die sechs Stücke hinweg entsteht ein faszinierender Dualismus: Traditionsbewusstsein trifft auf postmoderne Experimentierfreude, Vintage-Vibes verschmelzen mit zeitgenössischer Klangästhetik. Dieser Spannungsbogen hält das Album durchgehend lebendig und sorgt dafür, dass man unweigerlich weiterhören möchte. THE BLACK CAT’S EYE gelingt damit ein Zweitwerk, das sowohl konzeptionell als auch klanglich überzeugt.
(Tonzonen)
