KABASSE – About Sitting On Fences

Das sechsköpfige Ensemble um Sigmund Perner (von Carpet) tritt mit spürbarem Selbstbewusstsein auf. Für ihren Album-Einstand haben KABASSE das Material live im Studio eingespielt. Offenbar, um sich selbst herauszufordern und ihren Ideen maximale Spontanität zu bewahren. Gleichzeitig unterstreichen sie damit den progressiven Anspruch ihres Art-Prog-Jazz-Projekts und fördern die freigeistige Interaktion zwischen Blas-, Schlag- und Tasteninstrumenten. Die Musiker begegnen einander dabei mit einer Mischung aus spielerischer Neugier und präziser Aufmerksamkeit, die man heraushört. So kommt es, wie es kommen muss: „About Sitting On Fences“ vereint zugängliche, unmittelbar packende Passagen mit solchen, die dicht, vertrackt und experimentell ausufern. Immer wieder entstehen Momente, in denen sich die Instrumente umeinander winden, sich gegenseitig antreiben oder bewusst Reibung erzeugen. Der Weg ist hier das Ziel, und dennoch besitzt das Debüt einen klaren Rahmen, der verhindert, dass die Musik ziellos oder zufällig wirkt. Stattdessen entfaltet sich ein organischer Fluss, der zwischen kontrollierter Komplexität und spontaner Offenheit pendelt. Beteiligt sind Musiker aus München und Augsburg, die hörbar Erfahrung mit dieser Arbeitsweise mitbringen und ein reifes Gespür für progressive Klangsprache besitzen. Gerade weil alle Beteiligten wissen, wann sie sich zurücknehmen und wann sie Akzente setzen müssen, entsteht ein Album, das sowohl kompakt als auch durchlässig wirkt. Das rein instrumentale „About Sitting On Fences“ findet immer wieder markante Momente, überrascht mit dramaturgischen Kurven und versteht es zugleich, zu fesseln.

(Kapitän Platte)