HELD. – Grey

Das Line-up der Debütanten besteht aus Sänger/Gitarrist Douglas Robinson und Bassist Sal Mignano – beide bekannt durch The Sleeping – sowie Schlagzeuger Josh Eppard von Coheed And Cambria. Mit anderen Worten: Hier treffen Musiker aufeinander, die im Spannungsfeld von Post-Hardcore, Avantgarde, Prog- und Alternative-Rock seit Jahren Maßstäbe setzen und längst bewiesen haben, dass sie außergewöhnliche Songs schreiben können. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an den ersten Longplayer von HELD. Umso erfreulicher ist die schnelle Erkenntnis, dass „Grey“ diese Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern sogar übertrifft. Das Trio aus New York präsentiert sich freigeistig, verspielt und zugleich hymnisch-bombastisch. Dass hier „nur“ drei Musiker am Werk sind, ist zu keinem Zeitpunkt zu erahnen. HELD. arrangieren ihre Stücke so dynamisch, detailreich und bisweilen vertrackt, dass der Sound mühelos die Wucht einer größeren Besetzung erreicht. „Grey“ sprüht über vor ansteckender Energie und Lebensfreude, die sich beim Hören unmittelbar überträgt. Stillsitzen ist praktisch unmöglich, das Aktivierungspotenzial des Materials ist enorm. Gleichzeitig gelingt es dem Trio, Bauch und Kopf gleichermaßen anzusprechen: Die Songs besitzen emotionale Direktheit und zugleich eine kompositorische Tiefe, die das Album nachhaltig wirken lässt. Das Debüt von HELD. ist eine Platte, der man sich bedenkenlos hingeben kann und die diese Hingabe mit einer Fülle an Eindrücken, Emotionen und musikalischer Kraft zurückzahlt. Die Gast-Auftritte von Frank Iero und High Vis sind dabei die Kirsche auf der Sahne.

(MNRK)