CHRISTIAN FETISH – Aura Nara

Der Name CHRISTIAN FETISH ist untrennbar mit Fetish 69, Bunny Lake und Black Palms Orchestra verbunden. Auf „Aura Nara“ führt der Künstler nun all jene stilistischen Elemente zusammen, die seine früheren Projekte geprägt haben: Industrial, Coldwave und elektronisch gefärbten Dark-Pop. Dass das Label Noise Appeal das Album Fans von Nine Inch Nails, Ministry, Godflesh und Boy Harsher empfiehlt, ist folgerichtig, denn genau diese Hörerschaft wird hier abgeholt. Das Werk steht dem Vernehmen nach unter dem Einfluss von Dantes „Inferno“ und dem kosmischen Pessimismus Eugene Thackers. Entsprechend präsentiert sich „Aura Nara“ nicht als hoffnungsvolles oder leichtes Album, sondern als ein Abstieg in innere und äußere Dunkelzonen. Die Stücke kreisen um persönliche Kämpfe, Schmerz und gesellschaftlichen Verfall. Trotz dieser thematischen Schwere bleibt die Musik erstaunlich zugänglich und klar strukturiert, was die Wirkung der Songs noch verstärkt. Die Gastbeiträge von Berit Gilma, Sonja Maier (Baits) und Dr. Mark Benecke setzen markante Akzente. Besonders die weiblichen Stimmen schaffen helle Kontrapunkte zur ansonsten dichten, düsteren Atmosphäre und verleihen dem Album zusätzliche emotionale Tiefe. CHRISTIAN FETISH selbst zeigt sich kompromisslos, fokussiert auf die Schattenseiten von Mensch und Gesellschaft, und formt seine Songs mit einer Konsequenz, die das gesamte Album durchzieht. Das Cover fungiert dabei weniger als bloßes Artwork, sondern als deutlicher Hinweis darauf, welche seelischen und ästhetischen Räume oder Abgründe „Aura Nara“ öffnet.

(Noise Appeal)