GODSTICKS – Void

Mit „Void“ schlagen GODSTICKS ein neues Kapitel auf, das ihre bisherige Entwicklung nicht nur fortführt, sondern in entscheidenden Punkten neu akzentuiert. Das walisische Quartett präsentiert sich auf seiner siebten Platte so kompromisslos und variantenreich wie selten zuvor. Die Band nutzt den Nachfolger des 2023er Albums „This Is What A Winner Looks Like“ für eine deutliche Verschärfung ihres Profils. Stilistisch bleibt das Fundament erkennbar: GODSTICKS bewegen sich weiterhin zwischen Post-Rock, Alternative-Metal und einem progressiven Rock-Ansatz, der seit jeher ihre Identität prägt. Doch „Void“ legt eine zusätzliche Schicht Gewicht und Komplexität darüber. Die Gitarren sind massiver, die Grooves schwerer und die Strukturen verschachtelter. Die Band wirkt entschlossener, ihre metallische Seite dieses Mal nicht nur als Kante, sondern als tragende Säule einzusetzen, jedoch ohne auf leichte, intime Momente zu verzichten. Dabei entsteht ein Album, das sich hörbar weiter von klassischen Songformaten entfernt und stärker auf vertrackte Konstruktionen, rhythmische Brüche und instrumentale Verdichtung setzt. GODSTICKS scheuen weder technische Finesse noch kompositorische Ambition. Dennoch verlieren die Waliser nie den Blick für melodische Orientierungspunkte. Hooklines und Refrains tauchen immer wieder auf, nicht als Zugeständnis, sondern als bewusst gesetzte Fixpunkte inmitten der Komplexität. Was „Void“ besonders auszeichnet, ist die Art und Weise, wie die Band ihre progressiven Elemente mit der höher gewichteten Schwere verbindet. Die Songs wirken dichter, dunkler und entschiedener. Wo frühere Alben gelegentlich zwischen Anspruch und Eingängigkeit pendelten, verschmelzen diese Pole hier zu einem kohärenten Ganzen. GODSTICKS haben ihre musikalische Sprache weiter verfeinert und leben ihre stilistische Breite selbstbewusst und entdeckungsfreudig aus, ohne sich zu verzetteln.

(Kscope/Edel)