CANE HILL

Auf ihrer neuen MCD „Kill The Sun“ beweisen CANE HILL, dass sie auch anders können. Anstelle wuchtiger Heavy-Sounds zwischen NuMetal und MetalCore bestimmen rockige Akustik-Klänge das Geschehen, die um spacige Flächen erweitert werden. Die sensible, verletzliche Musikalität steht dem Quartett aus New Orleans gut zu Gesicht.

„Persönlich bin ich davon überzeugt, dass auch die neue MCD nach CANE HILL klingt“, äußert Frontmann Elijah Witt. „Wir beschäftigen uns nun schon seit längerer Zeit mit dieser Seite unserer Musikalität. Für uns ist das nichts Neues mehr und es fühlt sich sogar so an, dass sich die neuen Songs nahtlos in unsere Diskographie einfügen. Wer sich eingehend mit unseren Veröffentlichungen beschäftigt, wird uns sicher beipflichten. Deshalb stellt es in meinen Augen gar kein Risiko dar, etwas so „Sanftes“ heraus zu bringen. Für mich hat das nichts mit Mut oder Courage zu tun, sondern damit, dass wir unserer Aufgabe als Künstler gerecht werden, indem wir uns selbst herausfordern und innovativ sind. Ganz bewusst überwinden wir die Grenzen, innerhalb derer wir uns bewegen. Letztlich sind es immer selbst auferlegte Beschränkungen, die einen irgendwann verzweifeln lassen und dafür verantwortlich sind, dass man in den einzelnen Genres keine Unterschiede zwischen dem einen oder anderen Künstler hört.“

Akustische Wege im Stile des Alternative- bzw. Grunge-Rocks der späten 1990er Jahre zu beschreiten, ist per se nicht neuartig. Mit dem eigenen Trademark-Sound zu brechen, wagen dennoch nicht alle Bands: „In meinen Augen haben wir keine neue Richtung eingeschlagen, sondern gehen den eingeschlagenen Weg schlicht weiter“, bekräftigt der Sänger. „Allenfalls ließe sich davon sprechen, dass wir experimentierfreudiger vorgehen. Für den Moment ist „Kill The Sun“ schlicht eine MCD. Davon lässt sich aber nicht ableiten, was bei uns als nächstes passieren wird. Schließlich unterscheiden sich bei uns alle Veröffentlichungen voneinander.“ Gleicht man die neuen Songs mit „Smile“ und „Too Far Gone“ ab, stimmt diese Aussage zweifellos:

„Im Ergebnis sind es sogar noch mehr elektronische Elemente geworden, als wir es anfangs erwartet haben“, zeigt sich Elijah erfreut. „Andererseits war es aber gerade das Ziel, uns selbst zu überraschen. Deshalb kann ich voller Überzeugung sagen, dass wir unsere Hoffnungen noch übertroffen haben und das sowohl musikalisch als auch emotional. Für mich steht es außer Frage, dass der jeweilige Sound keine Rolle spielt, solange die Songs wirklich gut geschrieben sind. Wir nehmen es für uns in Anspruch, gute Musiker zu sein und fordern uns deshalb selbst heraus. Experimente sind uns jederzeit willkommen, weil sie dabei helfen, unsere Kunst zu verändern und zu verbessern.“

Anknüpfungspunkte zum letzten Album spielen aber nicht nur zufällig hinein: „Mit „Kill The Sun“ ist eine Konzept-MCD entstanden, deren Songs die Geschichte davon erzählen, woher wir kommen und was unsere Leben bestimmt. Man erfährt, was uns antreibt und warum wir nie zu unserer Vergangenheit zurückkehren wollen. In gewisser Hinsicht stellt die MCD eine Gegenposition zu „Too Far Gone“ dar. Die Songs sind in demselben Zeitraum entstanden, nehmen aber einen anderen Blickwinkel ein. „Kill The Sun“ besitzt einen Anfang und ein Ende; zeichnet unsere Entscheidungen und Entwicklung nach, wie wir zu den Menschen geworden sind, auf die wir stolz sind.“

Ganz nebenbei weiten CANE HILL ihren Aktionsradius ganz behutsam in Richtung Breite: „Uns geht es auch darum, Hörer zu erreichen, die normalerweise keine harte Musik hören“, bestätigt der Frontmann. „„Kill The Sun“ bietet die Möglichkeit eines Einstiegs in unser Schaffen, der sich leichter verdauen und nachvollziehen lässt. Vielleicht verleitet es Hörer später dazu, sich auch mit unseren härteren Songs zu beschäftigen.“

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