„Death Fetish“ entstand in einer Phase, in der das Leben von MOODRING-Frontmann Hunter Young durch eine medizinische Diagnose abrupt zum Stillstand kam. Aus dieser existenziellen
Erschütterung heraus formte sich ein Album, das nicht in Resignation versinkt, sondern rohe Verletzlichkeit, Wut, Reflexion und einen trotzigen Überlebenswillen miteinander verwebt.
Musikalisch bleibt die Band ihrem düsteren Mix aus NuMetal, Alternative, Industrial und Core treu.
„Diagnostiziert wurde ich, als wir an den ersten Songs arbeiteten“, erzählt Hunter. „Dass etwas nicht stimmte, wusste ich, aber ich hätte nicht erwartet, dass sich mein Leben so grundlegend verändert. An diesem Tag begann ich, eine Grabrede für mein altes Leben zu schreiben. All das hat mich dazu gezwungen, Kunst um der
Kunst willen zu schaffen. „Death Fetish“ sollte echt sein und sich auch so anfühlen. Es soll wehtun, es anzuhören, so wie es mir wehgetan hat, es zu machen.“
Diese schonungslose Offenheit prägt die Dynamik des Albums, das zwischen extremer Verletzlichkeit und aggressiver Entladung pendelt: „Wenn man dir sagt, dass du nie wieder ein normales Leben führen wirst, hörst du irgendwann auf, dich darum zu kümmern, was andere über dich denken. Vor „Death Fetish“ wäre ich vielleicht zurückhaltender und berechnender gewesen, aber ich wollte für das Album bluten und die Zuhörer mit meinem Blut bespritzen. Ich bin traurig, dass mein Körper und mein Geist schwächer werden und ich ständig Schmerzen habe, aber ich bin auch verdammt wütend. Es ist das Kreuz auf meinem Rücken, aber es ist auch das Feuer in meinen Adern. Ich habe immer noch das Gefühl, dass ich mir selbst noch mehr beweisen muss.“
Hunter erklärt, wie er Zwang, Verlangen und Selbstkonfrontation in extreme Sounds übersetzt hat: „Früher war ich süchtig, daher waren diese Themen schon immer präsent, aber das neue Album basiert auf einem unheilbaren Drang zu sterben – bis hin zur Fetischisierung. Zwar würde ich nicht
den Abzug drücken, aber wenn sich mir die Gelegenheit bieten würde, würde ich sie wohl begrüßen.
Das schafft einen Konflikt, weil es Menschen schaden würde, aber in meinem Kopf weiß ich, wie negativ sie auch von meinen Umständen betroffen sind. Auf dem Album sage ich, was gesagt werden musste, als meine eigene Form der Therapie. Nicht um Mitleid zu erregen, sondern um es aus meinem Kopf und meinem Körper zu bekommen. Eine Säuberung, wenn man so will. Manchmal wird man krank und einfach nicht wieder gesund. Es ist wichtig, in den Spiegel zu schauen und sich mit der eigenen Sterblichkeit auseinanderzusetzen. Vielleicht findet man etwas Hässliches oder Schönes, und vielleicht ist das der Auslöser für eine Veränderung. Hier ist kein Platz für Reue.“
