EARTHTONE9 – In Resonance Nexus

Vor wenigen Monaten ist ein neues Album von EARTHTONE9 angekündigt worden. Fans der britischen Gruppe sind seither aufgeregt und erwartungsfroh. In Post-Metal-Kreisen genießt die sechsköpfige Formation Kult-Status. Dass die frühen, wegweisenden Veröffentlichungen mehr als zwei Dekaden zurückliegen und die Band sich zwischen 2002 und 2013 aufgelöst hatte, spielt dabei keine Rolle. Die Aktivitäten seit der Reunion sind ebenfalls übersichtlich. Seit dem Erscheinen der Comeback-Platte „IV“ sind mehr als zehn Jahre ins Land gezogen, in denen EARTHTONE9 zwar einige Kurz-Touren und Festivals gespielt haben, sich aber weiterhin rar gemacht haben. Mit einem fünften Longplayer war deshalb nicht unbedingt zu rechnen. Frontmann Karl Middleton & Co. haben dem Vernehmen nach stolze 40 Songs geschrieben. Die besten zehn sind für „In Resonance Nexus“ ausgewählt worden. Lewis Johns, der sich mit Arbeiten für andere Grenzgänger wie Svalbard, Ithaca, Rolo Tomassi und Employed To Serve einen guten Ruf verdient hat, verantwortet die Produktion. Im Feld vorwärts gerichteter, fordernder Platten zwischen Rock, Core und Metal kennt er sich aus. Dass EARTHTONE9 richtig Bock haben und mit viel Leidenschaft zugange sind, hört man ebenfalls. Kontraste zwischen derben Heavy-Brechern und emotional abholenden Melodiebögen und Gesängen bleiben das Steckenpferd der Briten. „In Resonance Nexus“ punktet mit seinem ausgeprägten Abwechslungswert sowie einer Wall-of-Sound, die Bauch und Kopf gleichermaßen anspricht. Im heutigen Wettbewerbsumfeld mutet das Spiel des Sextetts weniger progressiv und einzigartig als in den frühen Tagen an. Die Qualität von Songwriting und handwerklicher Umsetzung lassen aber nichts zu wünschen übrig und bestätigen die Relevanz und Ausnahmestellung, die EARTHTONE9 zugesprochen werden.

(Spinefarm/Candlelight)