KALANDRA – The Line

Einfach nur schön. Mehr gibt es zum ersten Album der Norweger eigentlich nicht zu sagen. „The Line“ transportiert überwiegend feingliedrige Musik, die man eher intuitiv erfühlt, als dass man sie sich bewusst erschließen oder gar verstehen kann. Was KALANDRA selbst „Alternative Nordic Pop“ nennen, ist noch weitaus mehr. Wenn die Gruppe darauf verweist, Einflüsse zwischen Eivør, Ane Brun, Gåte, Anna Von Hausswolff, Fever Ray, Opeth, Jenny Hval, Moddi, Highasakite, Emilie Nicolas, Pink Floyd und Loreena McKennitt auf sich zu vereinen, hilft das schon besser, eine Vorstellung davon zu erlangen, womit man es zu tun bekommt. Das sind ruhige, entrückte, übergeordnet wertvolle und allgemeingültige Klangräume, auf denen die Stimme von Katrine Stenbekk thront. Von einem Einfluss nordischer Folklore zu sprechen, ist im Fall von KALANDRA mehr als ein Klischee. Elektronische Akzente oder Flächen, Akustik, Folk und Post-Rock sorgen für einen Unterbau, der durch latente Pop-Avancen immer wieder in ungeahnte Sphären gehoben wird. Das Gebotene ist natürlich meditativ, meistens jedenfalls. Die Norweger lassen es sich aber auch nicht nehmen, manchmal offensiv dem Pop-Appeal zu frönen. Die Verbindung schaffen die Stimme von Katrine und das immer charmante, selbstverständliche Agieren der Gruppe. Schön ist auch, dass KALANDRA Reibungsfläche bieten und bisweilen vertrackt und aufgewühlt rockig in Erscheinung treten. Die Kontraste zu den fragilen, ruhigen Momenten wirken stark. Besonders eindrücklich klingen die Debütanten immer dann, wenn die Atmosphäre im Vordergrund steht. Wie eingangs geschrieben: einfach nur schön.

(By Norse)