LÜT – Selftitled

Im Sommer 2022 kam es bei LÜT zu einem entscheidenden Einschnitt: Der bisherige Sänger Markus Danjord verließ die Band, und seither übernimmt Gitarrist Mads Ystmark den Gesang. Die Selbstbetitelung des dritten Longplayers wirkt wie ein bewusstes Signal, das diesen personellen Wechsel adressiert und den Neustart der nun dreiköpfigen Besetzung unterstreicht. Trotz dieser Veränderung bleibt die musikalische Ausrichtung im Kern unverändert. Zwischen Punk und Alternative-Rock ist der Punk-Einschlag vielleicht etwas stärker betont, doch das aufwiegelnde, ungestüme Moment, das LÜT schon immer ausgezeichnet hat, ist weiterhin unverkennbar. Eine kleine Überraschung bietet der Gastauftritt von Bela B. im Song ,Glücksschmied‘. Doch wer sich vor Augen führt, dass LÜT die Berliner bereits als Live-Support begleitet haben, erkennt schnell, dass diese Zusammenarbeit eher eine logische Fortsetzung als ein unerwarteter Coup ist. Viel entscheidender ist ohnehin, dass die Songs des Trios sowohl im intimen Rahmen als auch auf großer Bühne funktionieren. Die natürliche Hymnischkeit des Materials spricht für sich und verleiht den Tracks eine Strahlkraft, die über Sprachgrenzen hinweg wirkt. Selbst die norwegischen Texte ändern nichts daran, dass die Energie und Direktheit der Musik unmittelbar zündet. Mit einer Spielzeit von etwas mehr als dreißig Minuten präsentiert sich das Album kompakt, aber wirkungsvoll. Jeder Track trägt dazu bei, das Profil der Band zu schärfen und ihre kompromisslose Spielfreude zu transportieren. Die Platte erfüllt ihren Zweck nicht nur, sondern übertrifft ihn: Sie wird LÜT dabei helfen, ihren Namen weiter zu verbreiten und sich als feste Größe des skandinavischen Punk- und Alternative-Rock zu etablieren.

(Crestwood/Indie)