MONOSPHERE – The Puppeteer

Einfach kann ja jede*r. Kreativkopf und Schlagzeuger Rodney Fuchs hat parallel zum Erscheinen des MONOSPHERE-Debüts ein Essay veröffentlicht, das „The Puppeteer“ sowohl musikwissenschaftlich als auch musiktheoretisch analysiert und einordnet. Doch auch ohne dieses Begleitwerk kann man das Schaffen der Mainzer als „Nerd-Kram“ begreifen. Viel Input und Komplexität, Doppeldeutigkeiten, Irrwege und niemals leichte Kost – den Zugang zu und das Verständnis von „The Puppeteer“ muss man sich willentlich erarbeiten. Das Quintett selbst gibt vor, dass sein Einstand einem dunklen Thriller mit aufgebrochenem Handlungsstrang gleicht. Ohne Wiederholungen und intensive Beschäftigung kommt man nicht weit. Da helfen auch die verträglichen Momente der Platte und der partielle Clean-Gesang nichts. Wenn sich MONOSPHERE auf Between The Buried And Me, Rolo Tomassi und Cult Of Luna beziehen oder zumindest darauf verweisen, dass Hörer und Musik-Journalisten sie in die Nähe dieser Gruppen rücken, kann das nur eine Idee hinsichtlich der an den Tag gelegten Kreativleistung geben. Das Quintett aus Mainz zeigt sich bemüht, eigene Lösungsmuster anzubieten und zu überraschen. Post-Hardcore, Mathrock, Djent, Deathcore – bei MONOSPHERE kommt viel zusammen, um die musikalische Wundertüte, die „The Puppeteer“ darstellt, immer wieder neu zu befüllen. Die Umsetzung eines Konzepts unterstützt die Musiker dabei, ihren Kreativdrang zu kanalisieren und zu strukturieren. Das verhilft dem Album zu Dynamik und Variabilität. Dennoch erfolgt das Agieren der Band insgesamt zu verkopft. Die Ideen lösen sich nicht immer nachvollziehbar auf. Etwas mehr plakative Zuspitzung und natürliche Lockerheit hier und da wären schön gewesen. Weil sie fehlen, behält man das Debüt der Mainzer vor allem als anstrengend in Erinnerung.

(Eigenrelease/monosphereband.bandcamp.com)