NIGHT CROWNED

Mit ihrem 2020er Debüt „Impius Viam“ haben NIGHT CROWNED bereits ein famoses Blackened Death-Album abgeliefert. Das Zweitwerk „Hädanfärd“ führt den Ansatz der Schweden nun noch eigenständiger und spannender fort. Die (Ex-)Musiker von Dark Funeral, Nightrage und Cipher System präsentieren sich durchweg zwingend. Egal, ob sie düster-atmosphärisch oder hartnäckig-aggressiv zugange sind.

„Als ich den ersten Song für diese Band schrieb, wusste ich genau, wie er klingen sollte und was er den Hörer fühlen lassen sollte“, stellt Kreativkopf und NIGHT CROWNED-Initiator Henric klar. „Einfach gesagt, ist es mein Anliegen, dass sich Hörer genauso fühlen wie ich in den 1990er Jahren, als die für mich großen Metal-Alben herauskamen. Und ich möchte wirklich nur die mir bestmögliche Musik abliefern, meinen Wurzeln treu bleiben und dem, was ich seit den 1990er Jahren höre. Das resultiert nicht zuletzt aus dem Gefühl heraus, dass es heute nur wenige Bands gibt, die wirklich „richtig“ klingen. Also versuche ich, die Leerstelle unter den Bands da draußen zu füllen. Um das zu erreichen, mischen wir Inspirationen aus allem – von der 1990er Metal-Szene bis zur heutigen Szene zwischen Black und Death.“ Um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen, war Henric wählerisch: „Ich habe die Band bewusst mit Leuten zusammengestellt, von denen ich das Gefühl hatte, dass sie in der Lage wären, den Sound, den ich erreichen wollte, zu kreieren und auf ein Niveau zu bringen, das mir selbst unmöglich wäre. Jannes Schlagzeugspiel ist nicht von dieser Welt. Er nimmt meine Ideen, lässt sie zum Leben erwachen und peppt sie auf. Johans Gitarren-Soli und Melodien sind einzigartig und werden mit dem perfekten Gefühl gespielt. Seine Musikalität und seine cleanen Vocals geben uns das gewisse Etwas, das uns vom Rest der Bands in unserem Genre abhebt. Und Kens Gesang wütet von tief bis hoch und macht jeden Song spannend. Indem wir diese Zutaten richtig eingesetzt haben, ist unser Sound entstanden.“

Die Positionierung von NIGHT CROWNED ist klar: „Für mich sind wir eine melodische Black/Death-Metal-Band“, zeigt sich Henric sicher. „Mit unserem Sound grüßen wir die 1990er Jahre und bringen sie mit einer zeitgemäßen Produktion hervor. Wir lassen uns von einer Menge großartiger Bands inspirieren und mischen unsere Sichtweise des Genres hinein. An unsere ersten Songs hatte ich sehr hohe Erwartungen. Ich wollte den Groove von Morbid Angel mit dem melodischen Black und Death Metal aus Schweden und Norwegen mischen und habe mich nie mit etwas weniger als großartig zufriedengegeben! Was ich zu sagen versuche, ist, dass ich keinen Druck von irgendjemandem außerhalb der Band spüre. Wenn es niemandem gefällt, tun wir es trotzdem. Das ist es, was zählt. Ich denke, dass diese Mentalität in unseren Songs ebenfalls durchscheint. Von dem, was ich von Freunden und Anhängern unserer Band höre, scheinen wir exakt so durchzukommen.“ Die Band ist genau das geworden, was Henric einst vor Augen hatte: „Den Geist von NIGHT CROWNED sehe ich als lebendig an. Es begann als melodische und manchmal auch rohe Black/Death-Metal-Band. Ich wollte, dass es sich so anfühlt, als ob du deine Hand in Öl tauchst und zusiehst, wie es dir durch die Finger flutscht. Schwarz und schön, aber auch tödlich und unangenehm. Dieser Geist hat sich zu der Form entwickelt, die er heute besitzt. Musik sollte für mich idealerweise sowohl angenehm als auch kraftgebend sein. Ich benutze Musik, wenn ich in eine bestimmte Stimmung kommen will. Meine Hoffnung ist, dass andere Menschen das spüren, wenn sie NIGHT CROWNED hören. Es soll ihnen Kraft geben.“

Konzeptionell ist das Zweitwerk dabei düster angelegt: „Das Album erzählt die Geschichte davon, wie dieser Typ lange Zeit in einem dunklen Wald herumirrt, bis er einen alten Mann trifft. Sie beginnen, gemeinsam weiter zu laufen und reden miteinander. Sie tauschen Geschichten aus und der alte Mann erzählt von seinem Leben. Als seine Geschichte eines Tages endet, erkennt der Typ, dass der alte Mann der Tod selbst ist und der Tag, an dem sie sich trafen, der Tag war, an dem er gestorben ist.“ Henric selbst verbindet damit persönlich viel: „Der Tod ist für uns alle nicht weit weg. Im Leben gibt es manchmal Phasen, in denen man mehr vom Tod seiner Nahestehenden sieht. Dieses Album ist auf Schwedisch geschrieben, weil es sich ehrlicher anfühlte, über dieses Thema auf Schwedisch zu singen. Als ich ,Fjättrad‘ zum ersten Mal in seiner fertigen Form hörte, lag ich in einem dunklen Raum auf einem kalten Boden und hatte gerade die Nachricht erhalten, dass meine Oma gestorben ist. Ich legte den Song laut auf. Der Text und das Gefühl des Songs wurden auf eine neue Art lebendig.“

Für den Schweden sind NIGHT CROWNED angekommen: „Auf dem ersten Album haben wir uns noch mit guten Songs zufriedengegeben. Doch auf diesem zweiten wollten wir mehr erreichen als nur das. Wir wollten großartige Songs machen und ein Thema aufbauen, das mit der Musik einhergeht. Wenn ich schreibe, kann ich nicht aufhören, über die Songs nachzudenken. Ich wache nachts auf und kann mich auf nichts anderes konzentrieren. Ich lebe jeden Song, bis er fertig ist. Wenn ich zu schreiben anfange, höre ich mir den Song die ganze Zeit nur deshalb an, um heraus zu finden, wie er noch besser werden kann. Wenn wir das Album später aufnehmen oder abmischen, konzentriere ich mich nur darauf, wie ich das Album großartig klingen lassen kann. Die Songs darauf sind es ja bereits.“

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