THE GREAT MACHINE – Working Class Anarchist

Der Titel mag vielleicht eine noch stärkere „Fuck Off“-Attitüde erwarten lassen, doch abgesehen davon liefert das Dreiergespann aus Tel Aviv mit „Working Class Anarchist“ ein verdammt starkes Album ab. Der bewusst angerührte Mix aus Psych- und Stoner-Rock sowie Proto-Doom verhindert, dass THE GREAT MACHINE völlig abdrehen und ihre fundamentale Schwere zugunsten eines radikalen Tempos und (noch) größerer Punk-igkeit aufgeben. Stattdessen bleibt die Basis stets erdig und massiv, während die Songs in jeder Hinsicht roh, ungefiltert und gefühlsecht wirken. Besonders beeindruckend sind die markanten Grooves und Riffs, die zwingenden Hooks und die Art, wie die Band diese scheinbar mühelos aus dem Ärmel schüttelt. Das gut 36-minütige Werk mit seinen elf Tracks ist gespickt mit Heavy-Ohrwürmern, die sich sofort festsetzen und die Hörer mitreißen. Jeder Song wirkt wie ein Schlagabtausch zwischen kompromissloser Härte und hypnotischer Energie, wodurch das Album eine enorme Wirkung entfaltet. Dass die Band live sicherlich noch intensiver aufspielt, liegt fast auf der Hand. Doch schon die Studio-Aufnahme fängt eine unverfälschte Konzert-Energie ein, die selten so authentisch transportiert wird. Man spürt förmlich die Hitze des Clubs, die Wucht der Verstärker und die ungebremste Spielfreude des Trios aus Israel. „Working Class Anarchist“ ist damit nicht nur ein starkes Studio-Album, sondern auch ein Versprechen für die Bühne: ein Ausweis von Energie, Direktheit und kompromissloser Rock-Wucht. THE GREAT MACHINE zeigen mit dieser Platte, dass sie ihre eigene Sprache gefunden haben – Songs zwischen Schwere, Groove und anarchischer Freiheit. Hammer!

(Nois-o-lution/Edel)