Der Weg ist den Österreichern das Ziel. Und genau darin liegt die Faszination von TRIPTONUS. Das sechsköpfige Ensemble aus Wien verzichtet bewusst auf Gesang, ohne dabei auf fesselndes Storytelling oder bleibende Eindrücke zu verzichten. Ihre Musik erzählt Geschichten jenseits von Worten, getragen von Dynamik, Atmosphäre und einem klanglichen Reichtum, der sich erst nach und nach vollständig erschließt. Die Band selbst beschreibt ihren Stil als eine Mischung aus Psychedelic-Rock, Percussion-Grooves und Experimental-Electronica – und wer wollte dem widersprechen? Tatsächlich ist der rund 45-minütige Fünf-Tracker „Terra“ all das und noch mehr, sobald man sich in den Sound-Kosmos der Wiener hineinbegibt. Die Stücke entfalten sich wie Reisen durch unterschiedliche Klangwelten, die den Hörer Schritt für Schritt tiefer hineinziehen. Drei der Tracks vin „Terra“ überschreiten die Marke von elf Minuten und werden – wie auch die beiden kürzeren – umsichtig, kontrastreich und effektvoll aufgebaut. TRIPTONUS verstehen es, Spannung über lange Zeiträume zu halten, indem sie ihre Kompositionen stetig weiterentwickeln, neue Facetten hinzufügen und den Hörer in einen hypnotischen Sog ziehen. Jeder Song wirkt wie ein Kapitel eines größeren Ganzen, das sich erst im Verlauf der gesamten Platte vollständig offenbart. Mit „Terra“ legt die Gruppe bereits ihren vierten Longplayer vor. Das zeigt zweierlei: TRIPTONUS haben ihren Ansatz längst verinnerlicht und perfektioniert, und sie spielen sich mit einer ansteckenden Energie in einen Rausch, der gleichermaßen intensiv wie befreiend wirkt. Die Musik lebt von Kontrasten – von der wuchtigen Kraft der Percussion, den schwebenden Gitarrenflächen, den elektronischen Experimenten und der subtilen Dramaturgie, die alles zusammenhält. Gerade weil auf Gesang verzichtet wird, tritt die instrumentale Erzählkraft umso stärker hervor.
TRIPTONUS – Terra
