Neben den zwölf regulären Tracks ihres dritten Albums setzen die Polen zum Abschluss mit ,The Heart From Your Hate‘ ein Trivium-Cover; eine nachvollziehbare Wahl. KINGSPHERE aus Rybnik pflegen einen modernen, melodischen und stilübergreifenden Metal-Ansatz, der sich gut mit der Ästhetik der US-Band deckt. Ihr Faible für lebendiges Storytelling und eine ausgeprägte Core-Attitüde verbindet beide Gruppen zusätzlich. Gleichzeitig integriert das Quartett deutliche Djent-Elemente, wodurch vertrackte Rhythmik und technische Komplexität auf ausladende Clean-Gesänge treffen. Sterile Präzision und emotionale Intensität stehen auf „Inertia“ bewusst nebeneinander, was dem Album eine hohe Dynamik und starke Kontraste verleiht. Die seit fünf Jahren bestehende Band präsentiert sich versiert, ambitioniert und mit einer zeitgemäßen, druckvollen Produktion. KINGSPHERE wissen genau, wie moderner MetalCore heute klingen kann und liefern ein handwerklich solides, energiegeladenes Werk ab. Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass es dem Quartett nicht gelingt, klar erkennbare eigene Akzente zu setzen, die im dicht bespielten Feld des Modern-MetalCore für eine nachhaltige Differenzierung sorgen würden.„Inertia“ ist zweifellos ein gutes Album mit starken Momenten und viel technischer Finesse. Doch angesichts des Überangebots ähnlich ausgerichteter Veröffentlichungen reicht das Drittwerk der Polen nicht aus, um langfristig einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
(Eigenrelease/kingsphere.bandcamp.com)
