HANRY – What Came From Silence

Die fünfköpfige Formation aus Rennes tritt mit dem Anspruch an, Ruhe zu zelebrieren und ihr zugleich einen kraftvollen Gegenpol entgegenzusetzen. Genau in diesem Spannungsfeld entfaltet sich der musikalische Zwischenraum, den HANRY mit maximaler Eindrücklichkeit ausformt. Die 2022 gegründete Instrumental-Gruppe hat bislang zwei EPs veröffentlicht. Mit „What Came From Silence“ folgt nun ihr erstes vollwertiges Album, das eine gereifte, bewusst agierende Band präsentiert. Auf dem Debüt kommen neben Bass und Schlagzeug drei Gitarren, Synthesizer, Klavier und Cello zum Einsatz. Es ist ein Ensemble, das einen weitläufigen, fein ausgearbeiteten Klangraum entstehen lässt. Dieser reicht tief, schichtet sich geduldig auf und öffnet immer neue Perspektiven. Mal rücken HANRY ihre cineastische Ausrichtung in den Mittelpunkt, mal ihre Fähigkeit, rein instrumental Geschichten zu erzählen und Stimmungen zu formen. „What Came From Silence“ ist ein Werk, das sich beständig neu deutet und umdeutet. Die Band beschreibt es als eine „Meditation über Entstehung – darüber, wie Resonanz aus Zurückhaltung entsteht, wie Klang aus leisen Anfängen Gewicht gewinnt.“ Genau so nimmt man diesen Einstand wahr: als ein Album, das aus Stille heraus wächst, sich Schicht für Schicht verdichtet und schließlich in eindrucksvollen Crescendi aufblüht. HANRY kultivieren eine spannende Mischung aus Post-Rock, Ambient und experimentellen Klangarchitekturen. Ihre Musik wirkt zugleich fragil und monumental, offen und doch klar strukturiert. Das Debüt zeigt eine Band, die ihre eigene Sprache gefunden hat und sie mit bemerkenswerter Sensibilität und Konsequenz einsetzt.

(Pelagic)