Der Nachfolger von „Cold World“ fällt so stark und zwingend aus, wie man es sich erhofft hat; vielleicht sogar stärker. DEATH LENS lassen sich nicht lumpen und packen gleich mehrere Schippen drauf. Die Zugänglichkeit und das Hit-Potenzial der zwölf neuen Tracks wirken spürbar geschärft: Jeder einzelne Song der vier Kalifornier ist ein verdammter Ohrwurm, der sofort zündet, mitreißt und hängen bleibt. Gleichzeitig zeigt „What’s Left Now?“ eine neue, wache Reife, die das Vorgängeralbum in dieser Form noch nicht ausdrückte. An Tatendrang und Feierlaune mangelt es der Band weiterhin nicht, doch DEATH LENS erweitern ihren Blick. Neben den euphorischen, sonnendurchfluteten Hooks formulieren sie nun auch kritischere Beobachtungen ihres Umfelds; über soziale Spannungen, persönliche Überforderung und das Leben zwischen Aufbruch und Ernüchterung. Diese Themen zahlen spürbar auf die Substanz des Albums ein und verleihen den Songs eine Tiefe, die über reinen Party-Drive hinausgeht. Es ist eine Entwicklung, die an MILITARIE GUN erinnert, mit denen die Band zuvor auf Tour war, bevor sie zu Zach Tuch (TOUCHE AMORÉ, KNOCKED LOOSE) ins Studio ging, um „What’s Left Now?“ aufzunehmen. Diese Nähe zur aktuellen US-Punk- und Indie-Szene hört man dem Album an: Es ist energetisch, melodisch, emotional und gleichzeitig erstaunlich fokussiert. Musikalisch liefern DEATH LENS zwölf erstklassige Tracks zwischen Garage- und Surf-Rock, Indie-Punk sowie einer Prise Britrock-Attitüde. Die eigene Laune steigt unmittelbar, selbst wenn die Texte mitunter ernste Themen verhandeln. Genau diese Mischung aus Leichtigkeit und Ernst, aus jugendlicher Unruhe und erwachsener Reflexion, macht „What’s Left Now?“ zu einem Album, das gleichermaßen Spaß macht und hängen bleibt.
(Epitaph/Indigo)
