VRUST – Selftitled MC

Auf der ersten Veröffentlichung der Band mit Mitgliedern aus Hamburg und Lübeck geht es atmosphärisch düster und emotional ausweglos zu. Daran ändert selbst der Titel des Openers – ,Hope And Despair‘ – nichts. VRUST kultivieren einen derben, kalten Sound zwischen Crust, Death Metal und Blackened Hardcore, der sich ohne Umschweife in den Gehörgängen festbeißt. Die fünf Tracks des selbstbetitelten Tapes wirken trotz Spielzeiten zwischen knapp drei und etwas über fünf Minuten erstaunlich schlank, direkt und unverschnörkelt. Besonders markant ist der vokale Dreiklang: Gitarrist Timo, Bassist Henning und Schlagzeuger Lynn teilen sich die Vocals und verleihen den Songs dadurch zusätzliche Dynamik und ein Gefühl permanenter innerer Spannung. Das organisch-massive Zusammenspiel des Trios besitzt zudem einen leichten Post-Metal-Einschlag; hörbar in längeren instrumentalen Passagen, im geduldigen Aufbau und im kontraststarken Songwriting, das Härte und Atmosphäre gegeneinander ausspielt. VRUST präsentieren sich auf ihrem Debüt als Band, die genau weiß, welche Stimmung sie erzeugen will: Trostlosigkeit, Druck, klaustrophobische Intensität. Gleichzeitig wirkt das Material erstaunlich fokussiert und reif für eine erste Veröffentlichung. Ein gelungener Einstand, der neugierig macht, wie weit das Trio diesen kompromisslosen Ansatz noch treiben wird.

(DIY/vrust.bandcamp.com)