CAGE FIGHT – Exuvia

Das selbstbetitelte Debüt der Londoner liegt vier Jahre zurück, ist aber in bester Erinnerung geblieben. CAGE FIGHT stechen vor allem deshalb heraus, weil sie einen Metal-Hardcore spielen, der heute nur noch selten so kompromisslos und ungefiltert zu hören ist. Dazu kommt die markante Präsenz von Frontfrau Rachel Aspe, ehemals ETHS, deren harsche Vocals der Band ebenso Wiedererkennungswert verleihen wie das präzise Gitarrenspiel von James Monteith. Der agiert zwar weniger progressiv als bei TESSERACT, setzt aber dennoch klare Akzente und hält den Sound scharfkantig. Auf den ersten Blick wirkt das zweite Album „Exuvia“ wie eine direkte Fortsetzung des Debüts: kompakt, ungeschönt und wild. Doch mit etwas mehr Zeit entfalten die elf Tracks eine breitere kompositorische Palette. Zwischen den eruptiven Ausbrüchen zeigen sich mehr Struktur, mehr Feinarbeit und ein stärkeres Gespür für Details, ohne dass die unmittelbare Ausrichtung des Albums verwässert würde. CAGE FIGHT scheinen weniger impulsiv geschrieben und ihr Storytelling bewusster geschärft zu haben. Gerade dieser zusätzliche Kontext verleiht den extremen Momenten noch mehr Durchschlagskraft. Wenn die Band zuschlägt, dann härter, gezielter und mit größerer Wirkung. „Exuvia“ ist damit ein Zweitwerk, das die rohe Energie des Einstands aufgreift und zugleich vertieft. Stark.

(Spinefarm)