LEX LEGION – Selftitled

Gut Ding will Weile haben. Und im Fall von LEX LEGION bedeutet das gleich ein Vierteljahrhundert. Erste Ideen zur Gründung der Band sollen bereits vor rund 25 Jahren entstanden sein. Nun haben sich Schlagzeuger Mikkey Dee und Gitarrist Pete Blakk erneut mit ihren früheren King Diamond-Weggefährten Andy La Rocque (Gitarre) und Hal Patino (Bass) zusammengetan, um nach „Them“ (1988) und „Conspiracy“ (1989) gewissermaßen ein drittes gemeinsames Kapitel aufzuschlagen. Für das selbstbetitelte Debüt ihres neuen Band-Projekts konnten sie Nils K. Rue von Pagan’s Mind als Sänger gewinnen. Was sofort auffällt – und was die Gruppe selbstbewusst betont – ist der unverkennbare Geist der 1980er Jahre, der durch jede Note weht. Die neun Songs sind zwar zeitgemäß und druckvoll produziert, doch die Haltung und das Songwriting führen LEX LEGION zurück in eine Ära, in der Hardrock und Heavy Metal eine ungleich größere kulturelle Strahlkraft und Bedeutung besaßen als heute. Namen wie Iron Maiden, Queensrÿche, Accept oder natürlich King Diamond sind hier nicht nur Referenzen, sondern direkte Bezugspunkte, schließlich stehen hier Musiker am Start, die diese Zeit selbst geprägt haben. Ihr Debüt unter neuem Namen wirkt deshalb sowohl kompositorisch als auch spielerisch beeindruckend souverän, und der Spirit der 1980er Jahre klingt vollkommen authentisch durch. Dass die Beteiligten auch Stationen wie Motörhead, Scorpions oder Death in ihren Lebensläufen tragen, unterstreicht ihre Verdiente und Kenntnisse rund um den Metal und seine Substile. Das Quintett wirkt eingespielt, motiviert und voller Spielfreude. LEX LEGION wollen mehr sein als ein nostalgisches Nebenprojekt, sie wollen sich als feste Größe etablieren. Diese Energie überträgt sich unmittelbar auf die Songs, die eine gelungene Balance zwischen eingängigen Hymnen und fordernder Progressivität finden.

(MNRK)