BOUNDARIES – Burying Brightness

Angesichts der Tatsache, dass BOUNDARIES auf Tour-Erfahrungen mit Bands wie Code Orange, The Acacia Strain und Hatebreed zurückblicken, passt es nur zu gut, dass sie auch ihr Zweitwerk gemeinsam mit Produzent Randy Leboeuf (Kublai Khan, The Acacia Strain) umgesetzt haben. Was von Beginn an auffällt: „Burying Brightness“ klingt homogener, ausgewogener und selbstverständlicher. Das 2020er Debüt „Your Receding Warmth“ hat im MetalCore-Segment bereits für reichlich Aufmerksamkeit gesorgt und die Gruppe aus Connecticut positioniert. Nun legt das Quintett gewichtig nach und zeigt auf, dass es sich auf Erreichtem nicht ausruht. Die offensichtlichste Veränderung betrifft den Gesang: neben dem nominellen Frontmann Matthew McDougal bringen sich nunmehr auch Schlagzeuger Tim Sullivan und Bassist Nathan Calcagno mit ein. Drei Stimmfarben sorgen automatisch für mehr Dynamik und bieten die Möglichkeit, auch musikalisch Neuland zu betreten – beispielsweise durch clean besungene Refrains oder mehrstimmige Chöre. BOUNDARIES haben aber auch kompositorisch nachgelegt. „Burying Brightness“ entwickelt sich reifer und durchdachter, in jeder Hinsicht zielgerichtet und absichtsvoll. Die Kontraste werden wirkungsvoller herausgearbeitet. Das Quintett aus Connecticut arbeitet mehr Kontext heraus und integriert zudem mehr Melodie. All das geht dabei nicht zulasten der Brutalität, weshalb man es primär mit einem ruppigen, aufwühlenden MetalCore-Album zu tun bekommt.

(3DOT)