DEFYING DECAY – Synthetic Sympathy

„Synthetic Sympathy“ wirkt weniger wie ein typisches Album und deutlich mehr wie ein Mixtape oder eine Compilation. Zwar verraten die Vocals sofort, dass hier dieselbe Band am Werk ist, doch stilistisch könnten die Songs kaum weiter auseinanderliegen. Eine erkennbare Dramaturgie oder ein verbindender Rahmen über die 14 Tracks hinweg fehlt. Das zeigt sich bereits im neo-klassischen Intro, bevor das Album endgültig in alle Richtungen ausschlägt. DEFYING DECAY aus Thailand präsentieren sich auf ihrem Drittwerk extrem wandlungsfähig und experimentierfreudig. Es wirkt fast so, als nutze das Sextett diese Platte, um konsequent auszutesten, welche Facetten beim Publikum den größten Impact erzielen. Die farbenfrohen, bewusst auf maximale Zugänglichkeit ausgelegten Stil-Mixturen reichen von Modern- und NuMetal über Pop-Punk, Post-Hardcore und MetalCore bis hin zu Hip-Hop und K-Pop; stets durchzogen von massiver elektronischer Präsenz. Seit 2010 aktiv, zeigt sich die Band aus Bangkok als musikalische Wundertüte mit ausgeprägtem Hit-Potenzial. Vielleicht würde „Synthetic Sympathy“ etwas mehr Struktur und Richtung guttun, doch auch in seiner losen, ungebändigten Form lässt sich dieses Drittwerk hervorragend feiern.

(Eigenrelease/facebook.com/defyingdecay)