FILTH IS ETERNAL – Impossible World

Endlich erhält das fabelhafte und bis heute nachwirkende „Find Out“ einen Nachfolger – und was für einen! Schon in den ersten Sekunden wird deutlich, dass FILTH IS ETERNAL ihr ohnehin markantes Profil weiter geschärft haben. Die Band agiert umsichtiger, zielgerichteter und mit einem spürbar gereiften Verständnis für Dynamik und Dramaturgie. Das Songwriting wirkt runder, pointierter und zugleich mutiger. Dennoch bleibt die Spontanität, die rohe Direktheit und die ungefilterte Energie, die das Schaffen der Gruppe aus Seattle seit jeher prägen, vollständig erhalten. Gerade dieses neue Maß an Struktur und Fokus sorgt dafür, dass die Stücke von „Impossible World“ noch gnadenloser einschlagen und eine beeindruckende Halbwertszeit entwickeln. Die Songs brennen sich ein, weil sie nicht nur laut und kompromisslos sind, sondern weil sie klarer formuliert, emotional dichter und musikalisch vielseitiger ausfallen als je zuvor. Textlich richtet Frontfrau Lis DiAngelo ihren Blick erneut auf die Schattenseiten der modernen Industriegesellschaft: Entfremdung, soziale Kälte, der Triumph des Egoismus über Empathie. Doch anstatt in Resignation zu verfallen, verwandelt sie diese Themen in scharfe Beobachtungen, bissige Kommentare und eindringliche Bilder, die das Album zu einem Spiegel unserer Gegenwart machen. Musikalisch bleiben FILTH IS ETERNAL ihrem schroffen, impulsiven und ungefilterten Ansatz treu, ohne die Zugänglichkeit aus den Augen zu verlieren. Immer wieder setzen sie zwingende Hooklines, die sich zwischen den eruptiven Ausbrüchen festkrallen. Die vierköpfige Band betont auf „Impossible World“ ihre Position zwischen Grunge und Alternative Rock stärker als zuvor und rückt die noisigen und punkigen Elemente etwas in den Hintergrund, allerdings ohne auch nur ein Quäntchen an Dringlichkeit, Ernsthaftigkeit oder Wucht einzubüßen. Gerade diese reifere, bewusster gestaltete Ausrichtung macht „Impossible World“ zu einem entscheidenden Schritt in der Entwicklung von FILTH IS ETERNAL. Das Album zeigt eine Band, die ihre Wurzeln kennt, aber nicht stehen bleibt; die ihre Energie kanalisiert, ohne sie zu zähmen; die ihre Vision schärft, ohne ihre Wildheit zu verlieren. Ein Werk, das nicht nur an „Find Out“ anschließt, sondern es in vielerlei Hinsicht übertrifft.

(MNRK Heavy)