Dass Markus Skye auf dem 2021er Werk „Wildhund“ bereits einen Großteil der Verantwortung trug und diesen Anteil nun noch weiter ausbaut, überrascht im Grunde niemanden, der die Entwicklung von LANTLOS in den vergangenen Jahren verfolgt hat. Neben Gesang, Gitarren, Synthesizern und Programming hat der kreative Kopf den sechsten Longplayer seines Projekts diesmal vollständig in Eigenregie aufgenommen und gemixt. LANTLOS waren und sind seine ureigene Vision. Markus verfolgt seinen Klangkosmos kompromisslos, verfeinert ihn und treibt ihn stetig weiter in unbekannte Gefilde voran. Die elf Stücke von „Nowhere In Between Forever“ stehen sinnbildlich für diesen Anspruch. Der Titel ist Programm: ein Album, das zwischen allen Polen schwebt und sich doch fest in seiner eigenen Identität verankert. Hier begegnet man gleichzeitig „allem und nichts“, einem schillernden Spektrum aus Stilen, Emotionen und Atmosphären. Markus verweist weiterhin offen auf Einflüsse von Künstlern wie Devin Townsend, Smashing Pumpkins, Motorpsycho, Deftones oder Foo Fighters, wenn es darum geht, wie er seinen Zugang zum Alternative-Metal verstanden wissen möchte. Doch längst transformiert er diese Inspirationen zu etwas Eigenständigem, das sich jeder eindeutigen Kategorisierung entzieht. Im Vergleich zum Vorgänger zeigt sich die neue Platte noch deutlicher von Synthesizern und elektronischen Texturen geprägt. Die digitale Ästhetik der späten 1990er Jahre ist allgegenwärtig und das nicht als nostalgische Verklärung, sondern als bewusst eingesetztes Stilmittel, das Wärme und Künstlichkeit, Leichtigkeit und unterschwellige Melancholie miteinander verschränkt. Überraschungsmomente und stilistische Vielfalt gehören ohnehin seit jeher zur DNA von LANTLOS, doch „Nowhere In Between Forever“ hebt diese Qualitäten auf ein neues Niveau. Charakteristisch bleibt die besondere Poppigkeit, die mal subtil im Hintergrund glimmt, mal selbstbewusst in den Vordergrund tritt und den Songs eine unwiderstehliche Zugänglichkeit verleiht. Markus Skye balanciert dabei gekonnt zwischen künstlerischer Selbstverwirklichung und dem Anspruch, zwingende Melodien zu schreiben, die sich unabhängig von Genre-Grenzen im Gehör festsetzen. Seine Stücke holen Hörerinnen und Hörer ab, egal ob sie aus dem Metal, dem Alternative-Rock oder ganz anderen musikalischen Welten kommen. Genau diese Mischung aus Mut, Intuition und melodischer Brillanz gelingt ihm erneut – vielleicht sogar überzeugender als je zuvor.
(Prophecy)
