PARAHUMAN – Affliction

Nach einigen Jahres des Bestehens legen PARAHUMAN ihren ersten Longplayer vor. Beteiligt sind Musiker, die Erfahrungen mit Virulent Scourge und Tankogard vorweisen können. Die zehn Songs von „Affliction“ sind allesamt brachial, komplex und ruppig angelegt. Das aus Warschau stammende Quartett arbeitet sich an den Problemfeldern der modernen Industriegesellschaft und negativen Auswirkungen sozialer Medien auf zwischenmenschliche Beziehungen ab. Darüber gerät die Gruppe gehörig in Rage. Auf dem offiziellen Band-Photo tragen die Musiker Schweinemasken. Das sagt eigentlich alles – zumal im Zusammenspiel mit dem Band-Namen. Stilistisch fahren PARAHUMAN mehrgleisig. Die Basis ihres Spiels liegt zwischen Groove-Metal und Melo-Death, aber ein gewisses Core-Moment ist dem Debüt der Polen ebenso zuzusprechen. Das umfasst Parts, die MetalCore-Güte erreichen und solche, die von einer Deathcore-Kombo stammen könnten. Der Vierer aus Warschau agiert kompositorisch und individuell spielerisch versiert und stets auf der Höhe des Geschehens. Das Anspruchsniveau ist durchweg gehoben. „Affliction“ gefällt ob seiner variablen Ausgestaltung und dem bissigen Nachsetzen von PARAHUMAN. Die kehligen Clean-Gesänge wiederum sind für die Identifikation und Wiedererkennung wichtig, denn ohne geht es nicht, sofern Künstler über den Moment des Hörens hinaus Wirkung erzielen wollen. Die Polen wissen und beherzigen das, verbuchen im Ergebnis ein gelungenes Debüt.

(Eigenrelease/parahuman.bandcamp.com)