WITCH RIPPER – Through The Hourglass

Auf den ersten Blick wirkt das Schaffen der Band aus Seattle, Washington angenehm bodenständig, beinahe unaufgeregt und geerdet. Doch je tiefer man in die Klangwelt von WITCH RIPPER eintaucht, desto deutlicher zeigt sich, wie raffiniert, detailverliebt und vielschichtig die vier Musiker tatsächlich arbeiten. Hinter der vermeintlichen Direktheit entfaltet sich ein Geflecht aus komplexen Arrangements, spielerischer Experimentierfreude und einer stilistischen Offenheit, die weit über das Erwartbare hinausreicht. Schnell wird klar, wie unwiderstehlich eingängig diese Songs sind. Es sind ausnahmslos Stücke, die sich im Ohr festsetzen und lange nachhallen. Vor diesem Hintergrund überrascht es kaum, dass Band und Label Vergleiche zu Schwergewichten wie Mastodon, Baroness oder High On Fire ziehen, ebenso wie zu progressiveren Acts à la Muse und Coheed And Cambria, bis hin zu visionären Größen wie Queen oder David Bowie mit ihrem Bombast und Pathos. Diese Referenzen dienen jedoch weniger als Schablone, sondern vielmehr als Orientierungspunkte für die enorme stilistische Bandbreite, die „Through The Hourglass“ auszeichnet. Das Album präsentiert sich beeindruckend vielseitig, fällt mal als fordernd und verschachtelt auf, mal als zugänglich und unterhaltsam, mal atmosphärisch und dann wider voller subtiler Anspielungen. WITCH RIPPER verstehen es, Eingängigkeit und Anspruch zu verweben, ohne sich in bloßer Virtuosität zu verlieren. Genau diese Mischung aus Wiedererkennbarkeit, künstlerischem Vorwärtsdrang und einer klaren eigenen Handschrift macht den Reiz ihres dritten Albums aus. Die sieben Stücke von „Through The Hourglass“ überzeugen durch Spielfreude, kompositorische Reife und ein ausgeprägtes Gespür für Dynamik. Sie laden dazu ein, immer wieder neue Facetten zu entdecken und präsentieren eine Band, die ihren Sound nicht nur beherrscht, sondern ihn mit hörbarer Leidenschaft weiterentwickelt.

(Magnetic Eye)