Die Zusammenarbeit mit Century Media ist beendet. Ein Kapitel schließt sich, ein neues öffnet sich. Die kommende EP der Belgier erscheint nun über Pelagic Records, ein Label, das für seine Offenheit gegenüber experimentellen, genreübergreifenden und kompromisslosen Klangwelten bekannt ist. Angesichts des vielseitigen, wandlungsfähigen und unkonventionellen Spiels des Quintetts wirkt dieser Schritt fast wie eine logische Konsequenz: Pelagic scheint prädestiniert, PREDATORY VOID bei der „richtigen“ Hörerklientel zu verankern und ihre radikale Ästhetik einem Publikum zu präsentieren, das nach musikalischer Grenzerfahrung sucht. Zugleich dürfte allen Fans der „Church Of Ra“ längst klar sein, wer hier am Werk ist. 2021 von Gitarrist Lennart Bossu (Amenra, Oathbreaker, Living Gate) zunächst als reines Schreibprojekt ins Leben gerufen, formierte sich rasch ein festes Line-Up: Sängerin Lina R. (Cross Bringer), Gitarrist Thijs De Cloedt (Cobra The Impaler, ex-Aborted), Schlagzeuger Vincent Verstrepen (Carnation) und Bassist Kris Auman (Endlingr) komplettierten die Formation und verliehen dem Projekt die Gestalt einer vollwertigen Band. Schon die ersten Veröffentlichungen machten deutlich, dass hier keine gewöhnliche Post-Metal-Formation am Werk ist, sondern ein Kollektiv, das sich kompromisslos der Erforschung von Intensität und Ausdruck verschrieben hat. Mit ihrer dritten Veröffentlichung, der EP „Atoned In Metamorphosis“, setzen PREDATORY VOID diesen Weg unbeirrt fort. Das Werk ist kompromisslos, fordernd und von einer fast schon rituellen Wucht geprägt. Thematisch kreist es um die Selbstkonfrontation mit unbequemen Wahrheiten, um innere Kämpfe und die schmerzhafte Transformation, die aus der Auseinandersetzung mit dem eigenen Abgrund entsteht. Musikalisch bleibt die Band ebenso herausfordernd wie agitativ: Die vier Tracks loten Extreme aus, wechseln zwischen eruptiver Aggression und beklemmender Ruhe, und schaffen so eine Atmosphäre, die kathartisch und zugleich kraftraubend wirkt. Die EP ist ein Klangritual, das Buße und Läuterung in Töne gießt. Jeder Song wirkt wie ein Schlag ins Bewusstsein, roh und ungeschönt, ohne Rücksicht auf Hörgewohnheiten oder Komfortzonen. Mitunter bereitet es Schmerzen, „Atoned In Metamorphosis“ zu hören, doch gerade diese Unmittelbarkeit und Verheerung machen den Reiz aus. Die Musik zwingt zur Auseinandersetzung, sie lässt keinen Raum für Distanz, sondern zieht den Hörer in einen Strudel aus Klang und Emotion, der gleichermaßen zerstörerisch wie befreiend wirkt. Damit bestätigen PREDATORY VOID einmal mehr ihre Relevanz, denn sie sind eine Band, die sich nicht mit halben Wahrheiten zufriedengibt, sondern kompromisslos den schmerzhaften Weg der Transformation beschreitet.
(Pelagic)
