SIC ZONE

SIC ZONE gehören zu jenen Bands, die man nicht einfach hört, sondern körperlich spürt. Seit ihrer Gründung 2013 haben sich die Kölner einen guten Ruf erarbeitet, der weit über Genre-Grenzen hinausreicht. Ihr Groove-betonter, kompatibler Heavy-Mix entfaltet sich als wuchtiger Hybrid aus kompromissloser Härte, rhythmischer Wucht und emotionaler Direktheit, der viel rohe Kraft entfaltet.

„Wir haben tatsächlich mal jemanden dafür bezahlt, herauszufinden, was für eine Art Metal wir eigentlich machen“, erzählt Frontmann PY. „Uns selbst war das ziemlich egal, aber am Ende stand bei Wikipedia dann irgendwas wie extremer Industrial-Groove-Metal. Ich tue mich extrem schwer damit, unseren Sound zu definieren. Was man definitiv hört, sind unsere musikalischen Vorlieben. Da steckt viel aus Death-, Black-, Thrash- und Groove-Metal drin, aber eben auch moderne Einflüsse. Am Ende wird daraus das, was passiert, wenn all diese Dinge aufeinandertreffen – ungefiltert und ohne Rücksicht darauf, ob es irgendwo reinpasst. Das ist die beste Beschreibung: Unsere Musik ist ein Spiegel dessen, was wir hören, fühlen und rauslassen müssen.“ Dass ihre Musik oft wie ein Ventil wirkt – für innere Spannungen ebenso wie für gesellschaftliche Reibung – ist kein Zufall:

„Dieser emotionale Druck ist ein zentraler Teil unseres kreativen Prozesses, besonders beim Schreiben“, sagt PY. „Bei SIC ZONE geht es viel um eine Metaebene. Wir denken Musik nicht nur, sondern fühlen uns auch bewusst in sie hinein. Ein Song muss etwas mit uns machen, sonst funktioniert er nicht. Eine große Inspiration für mich ist Rick Rubin. Sein Gedanke, dass Musik einen nur dann wirklich erreicht, wenn man sie im Liegen ertragen kann, hat mich stark geprägt. Wenn ein Song diese Ruhe, diese Nähe nicht aushält, dann ist er für uns noch nicht rund. Alles, was sich an äußeren Einflüssen, Spannungen und Emotionen ansammelt, fließt ungefiltert in diesen Prozess ein. Der Druck ist nicht nur Auslöser, er ist auch das Material, aus dem unsere Songs entstehen.“

Der ursprüngliche Antrieb besteht dabei unverändert fort: „Wir machen die Musik, die wir selbst hören und fühlen wollen“, stellt PY klar. „Das war 2013 der Antrieb, als SIC ZONE entstanden ist, und ist es bis heute. Natürlich gab es auf diesem Weg viele Rückschläge, aber wir lassen uns davon nicht unterkriegen. Am Anfang stand die Idee, genau die Musik zu machen, die uns selbst gefehlt hat. Und genau dieses Gefühl treibt uns auch heute noch an. Der Kern hat sich nicht verändert, nur die Erfahrungen sind mehr geworden.“ Mit den Jahren hat sich das Verständnis davon verändert, was die Band sein kann: „Früher war SIC ZONE vor allem ein Ventil. Heute ist es zusätzlich ein Raum für Verantwortung. Wir haben verstanden, dass unsere Musik für Menschen Bedeutung hat. Das verändert den Kern nicht, aber den Blick darauf, was wir tun und warum wir es tun.“

Stilistische Offenheit ist für die Band dabei essenziell: „Unsere Emotionen sind nicht eindimensional, also kann es unsere Musik auch nicht sein. Manche Gefühle brauchen rohe Härte, andere Atmosphäre oder Dunkelheit. Diese Offenheit erlaubt uns, ehrlich zu bleiben. Sobald wir uns stilistisch einschränken würden, würde sich das unecht anfühlen.“

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