SOCIAL DISTORTION – Born To Kill

Das rohe, unangepasste Moment der frühen Tage von SOCIAL DISTORTION zeigt sich heute vor allem noch ästhetisch und in den Texten. Musikalisch ist die Band aus Orange County längst im Rock’n’Roll angekommen, ohne dass dies dem hymnischen Charakter ihrer Songs irgendeinen Abbruch täte. Umso größer ist die Freude, dass die 1978 gegründete Gruppe überhaupt wieder ein Album vorlegt. Nach „Hard Times And Nursery Rhymes“ von 2011 war ein Nachfolger angesichts der öffentlich gewordenen Krebserkrankung von Frontmann Mike Ness schließlich alles andere als sicher. Nun melden sich SOCIAL DISTORTION mit „Born To Kill“ zurück, einem Werk voller Outlaw-Hymnen im klassischen Social D-Gewand. Die elf Songs wirken vom ersten Moment an vertraut, weil sofort klar ist, wer hier spielt und welche Themen Ness umtreiben. Die Gast-Auftritte von Lucinda Williams und Heartbreakers-Keyboarder Benmont Tench unterstreichen den rockigen Ansatz, der nach fast 50 Jahren weniger rebellisch, dafür umso anschlussfähiger klingt. Überraschend ist höchstens, dass es sich „erst“ um den achten Longplayer der Südkalifornier handelt. Und ja, auch das Cover des Chris Isaak-Klassikers ,Wicked Game‘ lässt kurz aufhorchen, schließlich wurde der Song in den vergangenen Jahren häufig interpretiert. An die Eigenständigkeit der Tenacious D-Version reicht SOCIAL DISTORTIONs Fassung zwar nicht heran, doch das war auch nie das Ziel. Stattdessen überführen Mike Ness & Co. das Stück souverän in ihren eigenen Klangkosmos und erweitern damit ihre Zugänglichkeit. Überhaupt wirkt „Born To Kill“ wie eine Rock’n’Roll-Platte mit starkem Americana-Einschlag, die mehr denn je für ein breites Publikum interessant sein dürfte.

(Epitaph/Indigo)