Seit 2023 verstärkt Jackson Landry das Line-up der kanadischen Band. Ein Einstieg, der nur wenige Monate nach dem Release von „Psychic Jailbreak“ erfolgte und der Gruppe spürbar neuen Schub verleiht. Am grundlegenden Wesen der CANCER BATS hat dieser Wechsel jedoch nichts verändert. Das Quartett klingt weiterhin kompromisslos, schroff und voller aufgestauter Energie. Schon der Titel „Give Me Dirt“ macht klar, dass hier kein poliertes Wohlfühlpaket wartet, sondern ein Album, das mit voller Wucht nach vorne prescht. Die Formation aus Ontario bleibt ihrer über Jahre verfeinerten Signatur treu; einer ungestümen Mischung aus Hardcore, der schweren, staubigen Wucht des Southern-Rock und der direkten, unverschnörkelten Haltung des Punk. Diese Kombination prägt auch das achte Studioalbum, das erneut mit kantiger Eingängigkeit, massiver Energie und einem Sound auffällt, der sich mühelos in jeder Live-Situation behaupten dürfte. Das Quartett liefert abermals einen Longplayer, der konsequent drückt, unruhig lauert und sich wie ein wilder, kaum zu bändigender Ritt anfühlt. Genau so kennt man die CANCER BATS: impulsiv, scharfkantig, immer im Vorwärtsgang und mit einer Intensität, die sich nicht wegdiskutieren lässt. Inhaltlich schlägt „Give Me Dirt“ dabei erneut ernstere Töne an. Die Texte greifen gesellschaftliche Spannungen auf, formulieren Frust, Zweifel und Unmut und wirken stellenweise wie dringliche Appelle. Der Hardcore-Punk der Kanadier verstärkt diese Botschaften mit seiner typischen Unmittelbarkeit, denn er ist konsequent laut, direkt und ohne Umwege, dafür aber umso leidenschaftlicher und intensiver adressiert.
(Marshall)
