COMASTATIC

Das Debüt „Live Fast Die Young“ zeigt in seiner Essenz, wie klar, kompromisslos und gefühlsseitig aufgeladen ein junges Projekt klingen kann. COMASTATIC auf Zürich verbinden in ihren Songs Post-Hardcore, MetalCore-Nuancen, Trap-Energie, Pop-Schärfe und elektronische Texturen zu einem Sound, der futuristisch wirkt und zugleich verletzlich bleibt. Inhaltlich kreist das Album des Duos um Überforderung, Schnelllebigkeit und innere Zerrissenheit.

„Wir haben uns 2017 kennengelernt und sind fast sofort enge Freunde geworden“, erzählen Frontmann Mattia Di Paolo und Gitarrist Jules. „Noch vor COMASTATIC haben wir in einem anderen Projekt zusammen Musik gemacht. Alles änderte sich, als wir beschlossen, in die USA zu fliegen, um neue Songs zu schreiben. Auf dieser Reise entwickelte sich die Vision, aus der später COMASTATIC werden sollte. Von Tag eins an fühlte es sich anders an. Da war eine besondere Chemie und Energie, die sofort klar machte, dass das hier etwas Besonderes ist.“ Auf die Frage nach der inneren Identität der Band beschreiben die Musiker einen emotionalen Raum, der sich nicht über Genres, sondern über Haltung definiert: „Emotional existieren wir irgendwo zwischen Verletzlichkeit und Stärke. Uns ziehen echte Emotionen und echte Erfahrungen an; Dinge, die Menschen oft schwer in Worte fassen können. Unsere Intention war nie, in eine bestimmte Schublade zu passen, sondern etwas Bedeutungsvolles zu schaffen, das auf einer tieferen Ebene mit Menschen resoniert. Wenn unsere Fans sich in unserer Musik wiederfinden, dann haben wir erreicht, was wir wollten.“

Das Agieren von COMASTATIC wirkt oft wie ein Schwebezustand zwischen Bewegung und Lähmung, was zu den Ursprüngen des Projekts zurückführt: „Während der Pandemie fühlten wir uns komplett machtlos, als läge unser eigenes Schicksal nicht mehr in unseren Händen. Und das haben wir gehasst! Wir konnten nicht reisen, keine Shows spielen und nicht die echte menschliche Verbindung erleben, die immer das Herzstück dessen war, was wir tun. Als Musiker haben wir immer daran geglaubt, Menschen durch Musik zusammenzubringen, aber plötzlich fühlten wir uns von der Welt abgekoppelt. Es war frustrierend, festzustecken und nichts Positives beitragen zu können durch das, was wir am meisten lieben. Es gab ein echtes Gefühl von Isolation und Unsicherheit, und dieses emotionale Gewicht hat seinen Weg in unsere Musik gefunden.“ Dass COMASTATIC Europa früh verließen und in Los Angeles arbeiteten, war weniger Flucht als bewusster Schritt in Richtung Wachstum:

„Wir haben immer daran geglaubt, dass das Leben daraus besteht, Risiken einzugehen und neue Dinge auszuprobieren. 2019 hatten wir bereits etwas Zeit in LA verbracht und eine großartige Erfahrung gemacht. Also fühlte es sich völlig logisch an, zurückzugehen. Wir leben nach der Einstellung, dass selbst wenn etwas nicht funktioniert, wir zumindest eine gute Zeit hatten. Das ist immer besser, als sich später zu fragen: „Was wäre gewesen, wenn?““ Die Arbeit mit Stevie Knight (Stand Atlantic, Yours Truly), Jon Lundin (Fever333, Point North) und Matt Malpass (Blink-182) öffnete den Schweizern Türen, die weit über Produktion hinausgingen: „Wir haben unglaublich viel von ihnen gelernt und können ihnen gar nicht genug für die Zeit und Energie danken, die sie in uns investiert haben. Sie haben uns kreativ gepusht und herausgefordert, das Beste aus uns herauszuholen. Oft fühlte es sich fast wie eine Therapiesitzung an. Besonders wenn wir tief in die Texte eingestiegen sind und über persönliche Dinge gesprochen haben. Zusammen haben wir großartige Songs gemacht, aber genauso wichtig ist, dass wir auf dem Weg wirklich gute Freunde gewonnen haben. Das bedeutet uns alles.“ Das Debüt selbst folgt einer klaren Dramaturgie, erklären COMASTATIC:

„„Live Fast Die Young“ ist in drei Kapitel gegliedert: Angst, Selbstzerstörung und Erkenntnis. Es geht darum, in einer Welt zu leben, die sich oft überwältigend anfühlt, in der alles verschwommen und unsicher ist. Das entwickelt sich langsam in eine dunklere Phase, in der man beginnt, seine inneren Dämonen übernehmen zu lassen und in selbstzerstörerische Muster zu fallen. Das letzte Kapitel handelt davon, aus diesem Zustand herauszukommen und zu reflektieren, was eigentlich passiert; zu versuchen, sich selbst zu verstehen und herauszufinden, wer man wirklich ist.“ Dabei stellt sich eine Balance zwischen Verletzlichkeit und Kontrolle nicht durch Kalkül, sondern durch Vertrauen ein: „Für uns entsteht Verletzlichkeit daraus, über unsere Erfahrungen zu sprechen. Die Kontrolle kommt davon, unseren Instinkten zu vertrauen; zu wissen, wann sich etwas richtig anfühlt und wann nicht. Es ist keine kalkulierte Balance, sie passiert ganz natürlich, wenn wir zusammen im Raum sind.“

Der Titel des Debüts repräsentiert für das Duo dann auch weniger Parole als Kompass: „Es geht um Intensität und darum, emotional schnell zu leben – durch Höhen und Tiefen zu gehen und wie überwältigend das werden kann. Es ist aber zugleich auch eine Warnung und eine Erinnerung daran, alles vollständig zu fühlen sowie daran, dass Dinge genauso schnell ausbrennen können, wie sie begonnen haben.“

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