BODYSNATCHER – Hell Is Here, Hell Is Home

Die konzeptionelle Ausrichtung des Albums hat es erneut in sich. BODYSNATCHER verstehen „Hell Is Here, Hell Is Home“ als finsteren Spiegel einer Welt, die sich zunehmend in ihrem eigenen dystopischen Zustand verliert. Inhaltlich kreisen die Songs um Vergeltung, Selbstbehauptung und den unbeirrbaren Willen, sich von niemandem mehr kleinkriegen zu lassen. Zwar ließe sich Ähnliches auch über die vorangegangenen Veröffentlichungen der Band aus Melbourne, Florida sagen, doch mindert das die Wucht und Durchschlagskraft des vierten Longplayers in keiner Weise. Im Gegenteil: Die Intensität wirkt hier noch fokussierter, die emotionale Schwere noch unmittelbarer. Die Stärke des Quartetts liegt einerseits darin, niemals aufzugeben und sich selbst in den dunkelsten Momenten kämpferisch zu behaupten. Andererseits kultivieren BODYSNATCHER einen Sound, der kompromisslos und extrem bleibt, dabei aber stets eine rohe Eingängigkeit besitzt. Wie schon zuletzt auf der EP „Vile Conduct“ und dem MNRK-Debüt „Bleed-Abide“ von 2022 feuert die Band eine Serie erbarmungsloser Heavy-Banger ab, die zwischen Slam-Death, Beatdown, Deathcore und Metalcore pendeln und ausnahmslos vernichtend hart, zugleich aber auch groovig und überraschend einprägsam ausfallen. Bis hin zum Gast-Feature von Scott Vogel (Terror) im vielsagend betitelten ,Survive Or Die‘ greift hier alles nahtlos ineinander. Das Ergebnis ist ein Album, das wie ein vertonter Überlebenskampf wirkt. Es ist ein Soundtrack für Tage, an denen man sich der Welt entgegenstellt und sich weigert, unterzugehen. BODYSNATCHER tun dies ja auch nicht, das Quartett aus Florida teilt ohne Rücksicht auf Verluste aus.

(MNRK)