FACE DOWN HERO – The Ecstasy Of Cold

Der Nachfolger von „False Evidence Appearing Real“ erscheint überraschend spät, denn zuvor war der Output der Hessen deutlich höher: Zwischen 2004 und 2017 veröffentlichten FACE DOWN HERO sechs Alben. Die nun fast zehnjährige Pause ist ein Novum, spürbar ist sie jedoch kaum. Das Quartett aus Marburg bleibt seinem modern-progressiv angereicherten Thrash Metal treu. Die zehn Tracks von „The Ecstasy Of Cold“ – offenbar eine Anspielung auf ENNIO MORRICONEs ikonisches „The Ecstasy Of Gold“ – überzeugen vor allem spielerisch. Die Musiker erhalten viel Raum, sich individuell auszuleben und technische Stärke zu demonstrieren. Im Gesamtbild sieht es allerdings anders aus: Gerade in puncto Erinnerungswert und Wiedererkennbarkeit bleibt das Material hinter seinen Möglichkeiten zurück. Woran das liegt, bleibt unklar. Vielleicht am Überangebot innerhalb der gewählten Stilrichtung und dem hohen Qualitätsniveau vieler Genre-Bands. Vielleicht auch daran, dass FACE DOWN HERO kompositorisch sehr viel wollen und die Komplexität stellenweise größer ist, als es dem Songwriting guttut. So oder so: „The Ecstasy Of Cold“ packt emotional zu selten, um eine längerfristige Bindung zum Material aufzubauen.

(Yonah)