HERTZSCHLAG – Gleichgewicht

Beschäftigt man sich mit dem zweiten Longplayer von HERTZSCHLAG, ist es um das „Gleichgewicht“ alsbald geschehen. Das liegt daran, dass einerseits kein Funke überspringt, weil man emotional nicht abgeholt wird, und man sich andererseits fragt, warum die Musiker aus Niedersachsen nicht selbst hören, dass ihr Frontmann überfordert ist und wenig souverän klingt. So deutlich muss man es formulieren und das gilt sowohl für die gesprochenen als auch die gesungenen Passagen. Stilistisch sind die seit 1994 bestehenden HERTZSCHLAG in den Weiten der Neuen Deutschen Härte unterwegs. Das Quintett bewegt sich demnach im Umfeld von Gruppen wie Oomph!, Rammstein, Megaherz, etc. Oder besser, in deren Schatten. Die Stücke des Zweitwerks der Niedersachsen wirken in jeder Hinsicht konstruiert. Das gilt für die Musik, aber auch die Texte und Vocal-Linien. Alsbald drängt sich der Eindruck auf, dass HERTZSCHLAG viel zu viel wollen. Das äußert sich etwa darin, dass „Gleichgewicht“ jegliche Lockerheit komplett abgeht und das Album deshalb allein gezwungen und nicht natürlich wirkt. Dass der Fünfer kompositorisch vornehmlich auf hinlänglich bekannte Allgemeinplätze setzt, hilft dabei nicht.

(Boersma)