THISTLE SIFTER – Forever The Optimist

Der Titel des dritten Longplayers von Pete Barnes steht zunächst im Widerspruch zu dem Ansatz, den der in Utrecht lebende Engländer auf „Forever The Optimist“ verfolgt. Barnes setzt sich mit inneren Dämonen, persönlichen Kämpfen und den Schattenseiten der Industriegesellschaft auseinander. Andererseits passt der Titel gerade deshalb: Ohne eine gewisse Portion Optimismus und Zuversicht ließe sich ein solches Ringen kaum durchstehen. Die acht Tracks bewegen sich zwischen Post-Rock und Ambient, weitflächig angelegt und bisweilen fast soundtrackartig. Der Einsatz von Synthesizern, Geige und Bratsche fügt sich stimmig ins Gesamtbild und erweitert Tiefe wie Klangraum. Das Schaffen von THISTLE SIFTER wirkt zugleich vorwärtsgewandt und ergebnisoffen. Es bleibt dem Hörer überlassen, welche Bedeutungen er in die Stücke hineinlegt und was er aus ihnen zieht. Gerade das macht instrumentale Musik so reizvoll: Nichts muss, alles kann eine Verbindung herstellen und eigene Assoziationen anstoßen. Auch die Balance zwischen Freigiebigkeit und Schwelgen auf der einen sowie Zug und Dringlichkeit auf der anderen Seite überzeugt. „Forever The Optimist“ wirkt dabei nie zufällig, sondern stets bewusst gestaltet. Ein Grund mehr, Pete Barnes und seinem Solo-Projekt THISTLE SIFTER die verdiente Aufmerksamkeit zu schenken.

(Freia)