VERMINKING – Inhumane Disruption

Die Polen bringen „Inhumane Disruption“ in Eigenregie auf den Markt und unterstreichen damit in jeder Hinsicht ihren professionellen Anspruch. Gerade weil sie sich in einem vielfach bespielten Genre bewegen, in dem man sich keinerlei Schwächen erlauben darf, wirkt dieser Schritt konsequent. Das Quintett aus Bielsko-Biała positioniert sich klar als Szene-Band zwischen Death Metal und Grindcore und verpasst seinem Sound zusätzlich einen markanten Gore-Touch, der das Material noch kompromissloser erscheinen lässt. Zu den offenkundigen Inspirationsquellen zählen CARCASS, GENERAL SURGERY, REGURGITATE und EXHUMED, also Bands, die das Fundament für Goregrind und Deathgrind gelegt haben und deren Einfluss man in Riffs, Tempi und der generellen Ästhetik von VERMINKING deutlich heraushört. Natürlich verfügen die Polen noch nicht über die Routine, Selbstverständlichkeit und Schärfe ihrer Vorbilder, doch sie zeigen ein bemerkenswertes Gespür für die Essenz des Genres. Was „Inhumane Disruption“ besonders auszeichnet, ist die Ernsthaftigkeit, mit der VERMINKING an ihr Material herangehen. Die Produktion ist klarer und druckvoller, als man es von einer Eigenveröffentlichung erwarten würde, und die Band beweist ein gutes Händchen für Arrangements, die trotz hoher Geschwindigkeit und Brutalität nicht im Chaos versinken. Die Texte bedienen sich klassischer Gore-Motivik, ohne ins Lächerliche abzurutschen. Wer extremen Metal mit bluttriefender Ästhetik, kompromissloser Direktheit und einer deutlichen Verbeugung vor den Genregrößen schätzt, ist hier genau richtig.

(DIY/verminking1.bandcamp.com)