YEAST MACHINE – Bad Milk

Der fünfte Track des Albums trägt den Titel ,Dust On The Radio‘. Während Rock derzeit ein bemerkenswertes Comeback erlebt und sich endlich aus der verstaubten Ecke befreit, leisten YEAST MACHINE dazu einen kraftvollen Beitrag. Vielleicht wollen sie das mit diesem Titel ausdrücken. Die Band klopft die staubigen Rückstände vergangener Jahrzehnte ab und präsentiert sich als offen aufspielende, unvoreingenommene Rock-Formation, die ihr Publikum mit Energie und Spielfreude mitreißt. Die fünf Musiker leben gemeinsam in einer Kommune in Tübingen, was ihrem freien, intuitiven Zugang zum Songwriting deutlich anzumerken ist. Auf den zehn Tracks von „Bad Milk“ verschmelzen Grunge-, Stoner-, Psychedelic- und Alternative-Rock zu einem organischen Ganzen. Wie sich die einzelnen Stücke zusammensetzen und welche Elemente jeweils im Vordergrund stehen, variiert dabei von Song zu Song. Die Band zeigt ein ausgeprägtes Gespür dafür, wann sie die Zügel lockerer lässt, wann sie der Intuition Raum gibt und wann sie die Spannung bewusst anzieht. Dieses feine Timing macht die Stücke lebendig und dynamisch. Ebenso entscheidend ist das natürliche, ungekünstelte Songwriting. YEAST MACHINE wissen genau, wo ihre Stärken liegen, und setzen sie mit einer Reife ein, die stets auch das Live-Potenzial der Songs mitzudenken scheint. „Bad Milk“ kommt in rund 34 Minuten auf den Punkt und wirkt dabei alles andere als „schlechte Milch.“ Vielmehr ist es ein überzeugendes Rock-Album, das Kopf und Herz gleichermaßen anspricht. Es passiert ständig etwas, ohne dass die Band die rohe Eingängigkeit aus den Augen verliert. Es ist ein starkes Werk, das Lust darauf macht, die Tübinger auch auf der Bühne zu erleben.

(Nois-o-lution)