Die vierköpfige Formation aus Denver wird gemeinhin dem Doom Metal zugeschlagen. Für die frühen Tage sowie die ersten Veröffentlichungen auf 20 Buck Spin trifft das zweifellos zu. Doch KHEMMIS haben ihr Schaffen nie auf eine puristische Lesart reduziert. Ihr Ansatz war stets traditionsbewusst, aber gleichzeitig zeitgemäß, offen und spielerisch. Elemente aus dem Death Metal gehören ebenso selbstverständlich zum Repertoire wie Sludge-Momente, ein epischer Anstrich und melodische Spannungsbögen, die weit über das Genre hinausweisen. Nach dem Nuclear Blast-Einstand „Deceiver“ (2021) und der EP „Where The Cold Wind Blows“ (2023) markiert die selbstbetitelte neue Platte nun das insgesamt fünfte Werk des US-Vierers. Sie zeigt eine Band, die mit beeindruckender Selbstverständlichkeit agiert und spätestens mit diesem Acht-Tracker endgültig aus der – ohnehin nie wirklich passenden – Doom-Nische heraustritt. KHEMMIS halten an ihrem aufgeweckten, stimmungsvollen und ganzheitlichen Songwriting fest, das den traditionellen Heavy Metal-Touch des Albums klar unterstreicht. Neben den gewohnt warmen, melodischen Passagen mit Clean-Gesang finden sich auf der neuen Scheibe auch harte, deutlich kantigere Abschnitte, die das Fundament aus Doom und Heavy Metal mit zusätzlicher Schwere aufladen. Diese eruptiven Momente – mal Death-metallisch schroff, mal Sludge-ig verkrustet – verleihen dem Material eine neue Tiefenschärfe und sorgen dafür, dass die Platte trotz ihres klassischen Grundtons nie behäbig wirkt. So entsteht ein Werk, das gleichermaßen reif wie lebendig klingt: kraftvoll, atmosphärisch, melodisch durchdacht und mit einer stilistischen Breite, die KHEMMIS endgültig als eine der spannendsten modernen Heavy-Bands positioniert.
(Nuclear Blast)
