CONVERGE melden sich nur wenige Monate nach „Love Is Not Enough“ mit ihrem zweiten Longplayer des Jahres zurück. Und „Hum Of Hurt“ macht sofort deutlich, dass diese ungewöhnliche Produktivität kein Zeichen kreativer Leichtigkeit ist, sondern Ausdruck eines Schmerzes, der tief sitzt und unüberhörbar durch jede Faser des Albums dringt. Das Quartett aus Boston präsentiert sich erneut ungeschönt, dreckig und intensiv, doch diesmal wirkt alles noch unmittelbarer, noch kantiger und noch näher an der offenen Wunde. Der metallische Hardcore, für den CONVERGE seit Jahrzehnten stehen, verschmilzt hier mit Mathrock-igen Verwerfungen und einer deutlich ausgeprägteren Noise-Kante. Diese Mischung sorgt dafür, dass die zwölfte Platte der Band eine fast klaustrophobische Direktheit entwickelt. Wo die frühen Werke bisweilen wie ein kontrolliertes Chaos wirkten, fühlt sich „Hum Of Hurt“ an wie ein Druckkessel, der jeden Moment explodieren könnte. Die Band wirbelt wie eh und je nach Leibeskräften, erforscht rücksichtslos die eigenen und die menschlichen Abgründe und unterlegt diese Expedition mit einem Sound, der kompromissloser und heftiger kaum sein könnte. Gerade deshalb spielt die stilistische Ausgestaltung einzelner Songs bei CONVERGE traditionell nur eine Nebenrolle. Entscheidend ist die emotionale Energie, die sich durch das gesamte Werk zieht: die Auseinandersetzung mit Schmerz, Verzweiflung, Resignation und dem Versuch, all das in Klang zu verwandeln, ohne es zu beschönigen. „Hum Of Hurt“ ist ein Album, das nicht erklärt, sondern spürbar macht. Produziert wurde die Platte einmal mehr von Gitarrist Kurt Ballou in God City. Doch trotz dieser Kontinuität fällt auf, wie kompakt und drückend dieses zweite 2026er-Werk geraten ist. Die Songs wirken enger verzahnt, dichter gebaut, weniger ausufernd als auf dem Vorgänger. Alles scheint auf maximale emotionale Wucht ausgelegt. Es ist ein Album, das nicht nur gehört, sondern ausgehalten werden muss. Und genau darin liegt seine Kraft.
(Epitaph/Indigo)
