Die Stoßrichtung des Quartetts aus Chicago ist von der ersten Sekunde an unmissverständlich. „Eternal“ will groß, schwer und hymnisch sein und zwar in jedem einzelnen der zehn Modern-Metal-Songs. IGNECSENT, angeführt von Frontfrau Jennifer Benson, schreiben ihre Stücke konsequent auf maximale Wirkung hin. Vor allem die clean gesungenen Refrains werden so weit zugespitzt, dass man förmlich spürt, wie sehr die Band die große Bühne im Blick hat. Die Songs sind darauf ausgelegt, in Hallen oder auf Festivals zu funktionieren, und tatsächlich besitzen einige davon das Potenzial, im Moment des Hörens breite Massen mitzunehmen. Doch genau hier beginnt das Problem. Sobald „Eternal“ verklungen ist, bleibt weniger hängen, als man angesichts der Wucht und Eingängigkeit erwarten würde. Das liegt nicht an mangelndem Können, sondern an der Austauschbarkeit des Materials. Die Mischung aus modernen Heavy-Riffs, melodischen Vocals und emotional aufgeladenen Power-Refrains ist ein Rezept, das man seit gut 25 Jahren in zahllosen Variationen gehört hat. IGNECSENT bedienen diese Formel solide, aber sie erweitern sie nicht. Frische Impulse, die das von Haus aus variable Spiel oder zumindest die eigene Identität schärfen könnten, bleiben aus. Eine Ausnahme bildet der Feature-Track ,Chariot Of Fire‘ mit Clint Lowery von Sevendust. Hier wirkt die Band fokussierter, druckvoller und mutiger. Lowerys Präsenz verleiht dem Song eine zusätzliche Dimension, die man sich auch für andere Stücke gewünscht hätte. Doch im Kontext des Zweitwerks bleibt dieser Moment eher ein Ausreißer nach oben als ein Hinweis auf eine neue Richtung. Der Rest des Materials ist zweifellos professionell produziert, sauber gespielt und angenehm anzuhören. Doch Substanz, Eigenständigkeit und Nachhall fehlen. „Eternal“ wirkt wie ein Album, das im Hier und Jetzt funktioniert, aber kaum Spuren hinterlässt. Als Nachfolger des 2023er Debüts „Fight In Me“ erfüllt es seinen Zweck, ohne darüber hinauszuwachsen.
(Frontiers)
