IMMISERATOR – Blight Of Subsistence

IMMISERATOR ist kein Projekt, das man einfach so hört. Schließlich handelt es sich im Fall von „Blight Of Subsistence“ um die Bestandsaufnahme einer Welt, die sich selbst verschlingt. Und exakt so wirkt das Debüt des Neuseeländers Harrison McKenzie. Im Kontext von Olde Throne arbeitet dieser sich sonst an keltischen Mythen und historischen Erzählungen ab. Bei IMMISERATOR richtet sich der Blick indes unmittelbar auf das, was vor uns liegt: industrieller Zerfall, ökologische Verwüstung und die kapitalistische Endzeit. Das Projekt ist der Versuch, all das hörbar zu machen und ein musikalisches Ventil für Wut, Angst und die nüchterne Erkenntnis, dass die Menschheit längst auf dem Weg in ihren selbstgemachten Untergang ist. „Blight Of Subsistence“ klingt dann auch wie ein musikalischer Stresstest, fällt dissonant, abrasiv und strukturell unberechenbar aus. In einem esoterisch aufgeladenen Gesamtbild verschmelzen Death Metal-lische Schwere, elektronische Synth-Flächen, Gothic-artigen Vocals und die Basis des Black Metal zu einem Klang, der weniger Songs als vielmehr Zustände erzeugt. Die Dissonanz ist dabei kein Selbstzweck, sondern Ausdruck eines Weltgefühls. IMMISERATOR soll Unruhe und Stress erzeugen und schafft genau das. Die Musik wirkt wie ein permanenter Alarmzustand und ein akustisches Spiegelbild einer Realität, die sich täglich weiter zuspitzt. Der Neuseeländer bevorzugt ausgedehnte Strukturen, die sich langsam öffnen, brechen und neu zusammensetzen. Viele Songs beginnen mit brutaler Wucht, finden in der Mitte zu melodischen oder atmosphärischen Inseln und enden in einem finalen, erschöpfenden Ausbruch. Synth-Ambient-Passagen ziehen einen immer wieder in eine gedankliche Leere zieht, bevor das metallische Fundament dann unheilvoll zurückkehrt. „Blight Of Subsistence“ ist unbequem, düster und voller pessimistischer Klarheit und ein Debüt, das nicht nur musikalisch extrem ist, sondern auch thematisch den Finger tief in die Wunde legt.

(Apocalyptic Witchcraft)