Wie zuletzt schon „Death Below“ präsentiert sich auch das zehnte Album von AUGUST BURNS RED düster, schwer und kompromisslos. Wieder kreist vieles um die Härten des Lebens und den Kampf, ihnen standzuhalten. Entgegen seines Titels ist „Season Of Surrender“ ein Werk voller Kraft und innerer Willensstärke. So kennt man das MetalCore-Quintett aus Lancaster seit mehr als zwei Jahrzehnten, wobei es stets mit seinem unverkennbaren Trademark-Sound aufspielt, der Härte, Dynamik und Melodik verbindet. Die neue Platte knüpft daran an: treibend, brachial und
detailverliebt sowie mit starken Gastbeiträgen weiterer Institutionen der Core-Sparte, die die Durchschlagskraft des Materials zusätzlich verstärken.
Auf die Frage nach der Basis ihrer hörbar ungebrochenen Motivation erwidert Gitarrist Brent Rambler: „Was uns kreativ antreibt, ist dieses ständige Bedürfnis, unsere Grenzen zu verschieben und gleichzeitig in dem Sound verwurzelt zu bleiben, der AUGUST BURNS RED von Anfang an definiert hat. Selbst nach all den Jahren haben wir nicht das Gefühl, dass wir musikalisch ausgeschöpft sind. Es gibt immer neue Ideen, Techniken oder Herangehensweisen, die Kreativität entfachen können. Ob es nun um Experimente mit Struktur, Dynamik oder Layering geht, wir suchen immer nach Wegen, uns weiterzuentwickeln, ohne die Kernidentität zu verlieren, die uns überhaupt erst hierher gebracht hat.“ Zur Entwicklung des Genres in den letzten zwei Dekaden und der eigenen Rolle darin äußert der Musiker: „Wir sind zu einer Zeit gestartet, in der MetalCore sehr stark auf Vers-Chorus-Strukturen basierte. Von Beginn an haben wir einen aggressiveren,
lineareren Sound präsentiert, auf den die Leute angesprungen sind. Gleichzeitig ist das Genre ständig im Wandel, was es uns ermöglicht, uns ebenfalls weiterzuentwickeln und dem Genre trotzdem treu zu bleiben.“
Im Hinblick auf die Grundprinzipien der Gruppe erklärt Brent: „Wir sind immer darauf aus, einen positiven Einfluss auszuüben, und das ist uns sehr wichtig. Außerdem haben wir immer versucht, jeden Menschen, den wir treffen, mit Respekt zu behandeln und bei allen, die mit der Band arbeiten, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Und was unseren Sound betrifft, wollten wir unseren Fans gegenüber loyal bleiben. Sie haben uns dahin gebracht, wo wir sind, also wollen wir nichts abliefern, das sie enttäuschen würde.“ Wie AUGUST BURNS RED musikalische Präzision und persönliche Intensität verbinden, beschreibt er so: „Für uns steht die Musik immer an erster Stelle. Wir konzentrieren uns darauf, etwas zu erschaffen, das sich klanglich richtig anfühlt, und dann arbeiten wir daran, die emotionalen Tonalität der Texte an dieses Fundament anzupassen. Es ist wichtig, dass alles zusammenpasst. Wenn ein Song dunkel
und schwer wirkt, müssen die Texte diese Intensität widerspiegeln. Andernfalls ergibt es einfach keinen Sinn.“ Die neuen klanglichen Richtungen von „Season Of Surrender“ folgen dieser Logik, betont der Gitarrist:
„Bei diesem Album hatten wir das starke Bedürfnis, Elemente unseres frühen Sounds wieder aufzugreifen und gleichzeitig auf den Punkt zu bringen, wo wir heute stehen. Es ging nicht darum, zurückzugehen, sondern darum, auf diesem Fundament aufzubauen – frisch und zeitgemäß. Nach so vielen Jahren ist es leicht, in etablierte Muster zu verfallen, also hat uns die Herausforderung, unsere Wurzeln neu zu interpretieren, neue Energie gegeben. Wir wollten auf diesem Album ein Stück weit zurückschauen, aber auf eine frische, aktuelle Art.“ Das drückt sich unter anderem auch in der Wahl der Gäste – Mike Hranica von The Devil Wears Prada, Polaris’ Jamie Hails sowie Make Them Suffer – aus, die Brent problemlos einordnet: „Ehrlich gesagt lag ein großer Teil daran, dass wir mit Menschen arbeiten wollten, die wir wirklich mögen und respektieren. Das sind Sänger, mit denen wir befreundet sind und deren Arbeit wir schätzen. Es fühlte sich ganz natürlich an, sie einzubeziehen. Außerdem hat jeder von ihnen einen einzigartigen Stil, der den Songs, an denen sie beteiligt sind, etwas Besonderes hinzufügt.“ Zum thematischen Kern der aktuellen Single ,The Nameless‘, die dazu aufruft, ein selbstbestimmtes Leben zu führen
und dieses nicht für Anpassung oder Bequemlichkeit zu vergeuden, und dessen Einfluss auf das Album sagt er:
„Dieses Thema ist sehr persönlich und spiegelt echte Erfahrungen und Emotionen wider, die wir individuell durchgemacht haben. Diese Ehrlichkeit hat den Gesamtton von „Season Of Surrender“ geprägt und es dynamischer und greifbarer gemacht. Wenn man aus einem echten, authentischen Ort heraus schreibt, beeinflusst das nicht nur die Texte, sondern die gesamte Atmosphäre des Albums. Wir wollten auf jedem Track eine andere Emotion einfangen.“ Was die Texte betrifft, spielt persönliches Wachstum für AUGUST BURNS RED weiterhin eine wichtige Rolle: „Da unsere Songs oft auf persönlichen Erfahrungen basieren, beeinflussen Veränderungen in unserem Leben automatisch Ton und Perspektive der Musik“, so der Gitarrist. „Wenn wir wachsen und verschiedene Lebensphasen durchlaufen, zeigt sich diese Entwicklung ganz natürlich in dem, worüber wir schreiben und wie wir es ausdrücken. Das kann definitiv die Stimmung eines Albums verändern.“
