DEVILDUCK Anniversary Show

DEVILDUCK – 22nd Anniversary Show am 4. Februar in Hamburg (Hafenklang, Goldener Salon) mit DRAMATIST, The Macks und Palila.

Die Band The Macks aus Portland, Oregon, hat ihr eigenes bizarres Universum erschaffen und stürzt sich mit Warp-Geschwindigkeit hindurch. Das neue Album Bonanza ist im September über DevilDuck Records erschienen. Eine Bonanza ist eine Situation oder ein Ereignis, das zu einem plötzlichen Anstieg des Reichtums oder Glücks führt. Das Album „Bonanza“ von The Macks hat jedoch keinen Goldschatz am Ende des Regenbogens zu bieten. Die Band wurde 2015 von den Brüdern Josef (Schlagzeug) und Ben Windheim (Gitarre), Sam Fulwiler (Gesang), Jacob Michael Perris (Keyboard) und Aidan Harrison (Bass) gegründet und hat sich nach und nach eine kultartige Fangemeinde aufgebaut. Sie sehen dieses Album als eine Platte, die genau für diese Menschen gemacht wurde. Konzentriert, verstreut, elektrisierend und zart – „Bonanza“ ist eine Sammlung verschiedener Rockstücke, die nur von dieser engagierten und hartnäckig aufrichtigen Truppe verzweifelter Künstler geschaffen werden konnte. Wer das Album zum ersten Mal hört, wird mit ehrlichen Texten, einer kühnen Produktion und einer Welt konfrontiert, die ihn einlädt, am Glück teilzuhaben – nur Geld sollte man nicht erwarten.

Keinen einzigen Song veröffentlicht und schon die Bühne auf dem Wacken Open Air abfackeln? Was quasi unmöglich erscheint, haben DRAMATIST in diesem Jahr ohne Wimpernzucken durchgezogen. Mit Gregor Hennig (u.a. Muff Potter, The Robocop Kraus, Die Sterne) und Kurt Ebelhäuser (u.a. Blackmail, Donots, Pascow) hat die Band gleich zwei Produzenten in die Aufnahmen ihres Debutalbums „Wasting Words“ involviert, die für authentische Musik stehen. Herausgekommen ist ein Album, das vor musikalischem Selbstbewusstsein und gesellschaftlicher Haltung nur so strotzt. Doch wo kommt diese Band so plötzlich her? In der Bremer Musikszene sind die Musiker längst keine unbekannten mehr, errungen mit ihren bisherigen Projekten und Bands teilweise Kultstatus. Doch auch in Bremen hatten die Musiker mit der Gründung einer neuen Band und ihrer musikalischen Kompromisslosigkeit überrascht. So kam es, dass die Veranstalter der Breminale und des Übersee Festivals sie bereits live präsentieren wollten, bevor sie überhaupt einen Ton von ihnen gehört hatten.

DRAMATIST möchte ihre Herkunft und Sozialisation nicht verbergen, wollen sie aber auch nicht lautstark verkünden, sondern einfach ihre Arbeit für sich sprechen lassen. Der Opener „Black Hole“ wirft einen direkt in den DRAMATIST-Kosmos, feiert die Nacht, bevor die erwähnte erste Single melodisch einschlägt und für einen kurzen Moment sogar ins Deutsche abdriftet. Es folgt das durchweg befriedigende „Disappointed“, das uns entgegenbrüllt: „waiting for nothing is over now, hating for nothing is over now“ – und das ist wirklich großartig! „The League“ fordert Frauenrechte, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, und weigert sich, seine Wut zu verleugnen: „her only goal is to collapse the system now.“ Auch die brutale Welt wird in „Glasgow Nights“ thematisiert, doch trotz aller Unterschiede wirken die acht Songs wie ein geschlossenes Ganzes, das selten süß oder leicht erscheint, aber dann mit der Mitsing-Hymne „Unknown Hero“ eine willkommene Quasi-Pause bietet, bevor „Loathing“ seine eigene treibende Intensität entfesselt, die dem Namen der Band alle Ehre macht. Der abschließende 6,5-minütige Track „Go“ bietet dann einen längeren Abschied („somebody tell me what to do“), der noch einmal alle Attribute von DRAMATIST in den Song-Topf wirft und sich auf wunderbarste Weise aufbaut – bevor sich der erwähnte Zwang einstellt, das Album erneut zu hören oder innezuhalten, um das Gehörte zu verarbeiten.